TeknoPoint Idra Next - Klimaanlage mit Wasser Erfahrungsbericht

Kurzfassung: Die TeknoPoint Idra Next ist eine wassergekühlte Multi-Split-Klimaanlage ohne Außengerät – und damit vielleicht die einzige genehmigungsfreie Möglichkeit, eine vollwertige Klimaanlage in einer Wiener Altbau- oder Mietwohnung zu betreiben. Sie kühlt zuverlässig (bisher bis ~5,5 kW gemessen, rund 80 % der angegebenen 7 kW), ist aber teuer (~11.000 € all-in), wasserintensiv (real ab ~110 l/h Frischwasser, das ungenutzt in den Abfluss läuft) und heizt mit dem kalten Wiener Leitungswasser praktisch nicht.

Unterm Strich: ein Workaround für das Genehmigungsproblem – in puncto Effizienz und Wasserverbrauch aber keine vernünftige Wahl, wenn es Alternativen gibt.

Kurzer Hinweis vorweg: Dieser Artikel behandelt die wassergekühlte Klimaanlage Idra Next – mit Praxistest, detaillierten Messwerten und reichlich Technik. Die Effizienzwerte (COP, Wasser pro kWh) habe ich dafür ausführlich gemessen und unabhängig gegengeprüft (Wasser- gegen Luftseite, Abweichung ~5 %). Wer die Messdetails überspringen und direkt zum Ergebnis will, springt am besten gleich zu Preis und Wirtschaftlichkeit.

Ausgangslage: Klimaanlage in Wien


Wer in Wien eine Klimaanlage installieren will, hat ein Problem. In Altbauten oder Mietwohnungen ist eine klassische Split-Anlage praktisch aussichtslos. Das Außengerät ist der Knackpunkt: Fassadeneingriffe brauchen eine Genehmigung, die Eigentümergemeinschaft muss zustimmen, und beim Denkmalschutz ist sowieso Ende.

Selbst der gerichtliche Weg bringt selten Erfolg: Auch dann, wenn Mieter oder Eigentümer versuchen, ihre Klimaanlage einzuklagen, scheitern sie oft an überraschend konservativen Urteilen. Immer wieder wird argumentiert, dass eine Klimaanlage „nicht ortsüblich“ sei – völlig realitätsfremd bei bis zu 40 Tropennächten in Wien (und wie kann etwas je ortsüblich werden wenn man dies nicht erlaubt?).

Dabei wird häufig vergessen, dass moderne Klimaanlagen nicht nur kühlen, sondern auch äußerst effizient heizen können – und das oft immer mit einem besseren CO₂-Fußabdruck als klassische Gas- oder Ölheizungen. Klimaanlagen sind Luft-Luft-Wärmepumpen, und ihr Einsatz im Winter kann wesentlich umweltfreundlicher sein, als es ihr Ruf vermuten lässt. Dennoch hält sich hartnäckig die Vorstellung, Klimaanlagen seien grundsätzlich „Energiefresser“. Laut Stiftung Warentest Heft 06/2025 ist es immer günstiger mit einer einfachen Split Klimaanlage zu Heizen als mit einer Gastherme.

Die pragmatische Lösung: Wärmepumpen aufs Dach, fertig. Sieht keiner, stört keinen. Die Leitungen könnte man durch alte Rauchfänge ziehen – keine Fassadeneingriffe, keine großen Umbauten. Aber darüber redet in Wien niemand.

Selbst Wiener Wohnen erstaunte lange durch ihr fundiertes „Wissen": So hieß es in einem Interview, eine Klimaanlage sei nicht sinnvoll – man solle stattdessen lieber ein paar Pflanzen aufstellen.

Mittlerweile sind sie aber zur Einsicht gekommen: Seit 2025 erlaubt Wiener Wohnen mit einem „Paradigmenwechsel" auch Split-Klimaanlagen im Gemeindebau – unter Auflagen (Lärmschutz, Energieeffizienz, Brandschutz, Montage durch eine konzessionierte Firma, Genehmigung nötig, und nur, wenn es noch keine Kühlmöglichkeit gibt). Die Pflanzen-Empfehlung ist damit hoffentlich Geschichte.

Auch der Stromverbrauch wird häufig als Gegenargument angeführt. Dabei verbraucht eine moderne Klimaanlage im Teillastbetrieb – also sobald der Raum einmal heruntergekühlt ist – kaum mehr Strom als ein durchschnittlicher PC.

Dazu kommt: Gekühlt wird vor allem dann, wenn die Sonne knallt – also mittags. Genau dann drückt die Photovoltaik den Strompreis nach unten, an sonnigen Tagen am Spotmarkt zeitweise sogar ins Negative. Mit einem dynamischen Stromtarif kühlt man also ausgerechnet zur günstigsten Tageszeit.

Viele weichen deshalb auf Monoblock-Klimageräte aus. Diese erfordern keine baulichen Änderungen, da sie die warme Luft über einen Abluftschlauch durch ein Fenster oder eine Öffnung nach außen leiten. Das Problem: Sie sind unglaublich ineffizient. Im Praxistest von Stiftung Warentest 06/2021 hatte der beste Monoblock gerade Mal eine Kälteleistung von 0,7kW bei einem Stromverbrauch von 0,9kW. Splitgeräte schaffen das doppelte bis sechsfache.
Dazu sind diese (selbst mit zwei Schläuchen) mit Gasthermen immer gefährlich.

Eine gute Alternative ist die Midea PortaSplit. Sie schafft in der Praxis 3,6 kW Kühlleistung (Stiftung Warentest 06/2025). Das ist ca. 5 Mal besser als ein mobiles Monoblock Gerät! Jedoch ist dies auch nicht für jeden eine Option. Der Außenteil eines Fensters gehört nicht zur Mietwohnung und sollte dies Straßenseitig liegen (und damit von außen sichtbar) könnte es hier Probleme geben. Ein Freund von mir hat hier zur Portasplit einen Artikel geschrieben.

In diesem Artikel geht es um die TeknoPoint Idra Next, die ich mir letzten Winter habe einbauen lassen – und zu der ich bis heute kein einziges Review gefunden habe.

Split ohne Außengerät: Idra Next

Nach dem Sommer 2024 – wieder über 20 Tropennächte allein im Juli – hatte ich genug.

Idra Next Wassereinheit
Die Idra-Next-Wassereinheit auf Schwerlastschienen – sie ersetzt das klassische Außengerät und gibt die Abwärme ans Leitungswasser ab.

Mein Vermieter erlaubt keine klassische Split-Anlage, und ein Monoblock bringt bei der großen Südfront kaum etwas – irgendwann musste ich ihn nachts direkt aufs Bett richten.

Irgendwann bin ich auf die TeknoPoint Idra Next gestoßen – ein System, das ohne sichtbares Außengerät auskommt und daher völlig genehmigungsfrei installiert werden kann. Genauer gesagt handelt es sich bei meinem Modell um die IDRA3-24H, eine Art Multi-Split-System mit drei Innengeräten, das jedoch nicht über die Außenluft arbeitet, sondern über Frischwasser.

Der Trick: Das "Außengerät" steht im Badezimmer, in einem schallgedämmten Kasten. Statt die Wärme mit einem Ventilator nach draußen zu blasen, läuft hier Frischwasser durch einen Wärmetauscher. Das Wasser nimmt die Wärme auf und geht direkt in den Abfluss.

Das macht die Anlage zur vielleicht einzigen praktikablen Lösung für Mieter oder Wohnungseigentümer in Wien, die weder auf ineffiziente Monoblöcke noch auf zähe Behördenwege angewiesen sein wollen.

Natürlich bringt so ein System auch Herausforderungen mit sich – etwa in Bezug auf Wasserverbrauch, Platzbedarf und besonders Kosten –, aber allein die Tatsache, dass es ohne Außeninstallation auskommt, wiegt das für viele alles andere auf.

Technische Daten

Meine Anlage ist die TeknoPoint Idra Next IDRA3-24H, ein wassergekühltes Multi-Split-System mit drei Innengeräten. Die offizielle Kälteleistung liegt bei 7 kW, der maximale Stromverbrauch bei rund 2,2 kW.

Im Hochleistungsbetrieb läuft das System anfangs mit voller Leistung, regelt sich aber nach dem Erreichen der Zieltemperatur herunter. Im laufenden Kühlbetrieb liegt der Stromverbrauch laut meinen Messungen im Median bei rund 0,9 kW – etwa so viel wie ein leistungsstarker Gaming-PC unter Last; nur unter Volllast steigt er auf bis zu ~2,3 kW. Wichtig dabei: Das Datenblatt nennt 650 W als Minimum; gemessen regelt der Inverter sogar bis ~500 W herunter, darunter taktet die Anlage (mehr dazu weiter unten).

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten technischen Daten des Modells IDRA3-24H:

Idra3-24H
Kategorie Wert
Spannungsversorgung 230 V / 50 Hz / 1 Ph
Kühlen – Kälteleistung 7000 W (Nominal), 7800 W (Max)
Kühlen – Leistungsaufnahme 1750 W (Nominal), 650 W (Min), 2300 W (Max)
EER (Kühlen) 4,06 (Effizienz im Kühlbetrieb – 4,06 kWh Kälte je kWh Strom)
Heizen – Heizleistung 7000 W (Nominal), 7800 W (Max)
Heizen – Leistungsaufnahme 650 W (Min), 2300 W (Nominal), 2100 W (Max)
COP (Heizen) 3,89
Energieeffizienzklasse A++
Stand-by Verbrauch 0,5 W
Schalldruckpegel 42 dB(A)
Schallleistungspegel 52 dB(A)
Regelung Elektronisches Expansionsventil
Abmessungen (B×T×H) 500 × 300 × 670 mm
Gewicht 38 kg
Kältemitteltyp R32
Kältemittelmenge 1,30 kg
Zusätzliche Gasfüllung >5 m 22 g/m
Kühllleitungen max. Länge 10 m pro Gerät (gesamt 30 m)
Max. Höhenunterschied 5 m pro Gerät
Wasseranschlüsse 1/2" (Zoll)
Minimaler Wasserdruck 0,8 bar
Empfohlener Wasserdruck 1-2,5 bar
Wasserverbrauch (Kühlen) 75–270 l/h
Wasserverbrauch (Heizen) 91–440 l/h
Betriebstemperatur – Luft 16 °C (Heizen) / 31 °C (Kühlen)
Betriebstemperatur – Wasser 7 °C (Heizen) / 25 °C (Kühlen)
Kosten (beim Kältetechniker, ohne MwSt, Einbau seperat) 5930€
Alle Werte laut Herstellerangabe. Testbedingungen: Wassereintritt 15 °C beim Kühlen (Luft 27 °C), 20 °C beim Heizen (Luft 20 °C).

Varianten, Überlegungen und Einschränkungen

Bei der IDRA3 – wie der Name schon andeutet – können bis zu drei Innengeräte angeschlossen werden. Selbst wenn aktuell nur ein oder zwei Geräte benötigt werden, kann es sinnvoll sein, gleich zur Dreier-Variante zu greifen, etwa mit Blick auf zukünftige Umbauten oder einen Umzug. Laut Handbuch ist der Betrieb mit nur einem oder zwei Geräten möglich. Ich selber betreibe es tatsächlich mit drei Innengeräten.

Ein kleiner technischer Nachteil: Der Inverter des IDRA3-Modells regelt nur bis zu einer Mindestleistung herunter (Datenblatt 650 W, gemessen ~500 W). Das bedeutet, bei geringer Leistungsanforderung beginnt die Anlage zu takten – also regelmäßig ein- und auszuschalten. Für einen Inverter-Verdichter mit Sanftanlauf ist das deutlich unkritischer als das harte Takten alter Fixspeed-Geräte – ein Problem für die Lebensdauer ist es also kaum, ganz ideal aber auch nicht. Theoretisch kostet das auch etwas Effizienz: Nach jedem Stopp muss der Verdichter beim Anlaufen erst wieder Druck aufbauen, bevor er effektiv kühlt. Ein netter Nebeneffekt immerhin: Beim Takten steht auch die Wasserpumpe, im Aus-Zustand fließt kein Tropfen – der Wasserverbrauch sinkt also mit. Die Idra2 oder die kleineren Monoblock Modelle können tiefer runterregeln.

Die Heizfunktion ist theoretisch vorhanden, in der Praxis aber in Wien kaum sinnvoll (oder direkt gesagt: gar nicht nutzbar), da die Temperatur des Frischwassers zu niedrig ist, um effizient Wärme zu erzeugen. Wer also primär heizen möchte, sollte andere Systeme in Betracht ziehen. Man kann dazu auch gleich dann statt der H version die C Version kaufen, die ohne das Vierwegeventil kommt (erlaubt das Heizen) und somit 300-500€ günstiger ist.

Daneben bietet TeknoPoint auch alternative Varianten:

  • Eine Eco-Version, die zwar effizienter ist (höherer EER), dafür aber deutlich mehr Wasser verbraucht. Halte ich nicht für Sinnvoll da der Wasserverbrauch schon so sehr hoch ist.
  • Spezialmodelle, die z. B. an Bodentanks oder Warmwasserleitungen angeschlossen werden können.
  • Einfache, günstigere Version namens Piccolo - Single-Split ohne Inverter

Innengerät: Idra Skiv/Sky

Die dazu passenden Innengeräte der IDRA next wirken auf den ersten Blick hochwertig und ganz ordentlich verarbeitet. Auf den zweiten Blick zeigen sich aber – gerade beim hohen Preis – einige Schwächen.

SkyWorth SKIV Innengerät
Eines der drei SkyWorth-SKIV-Innengeräte im Betrieb (Sollwert 24 °C).

Ein Punkt, der sofort auffällt: Die horizontalen Lamellen sind nicht motorisiert. Während man die vertikale Luftverteilung per Fernbedienung einstellen kann, müssen die horizontalen Lamellen von Hand verstellt werden. Das wäre noch zu verschmerzen – allerdings rasten sie nicht zuverlässig ein. In meinem Fall haben sie sich gelegentlich selbstständig wieder in ihre ursprüngliche Position bewegt, was eher an günstige Baumarktgeräte erinnert als an ein hochwertiges Klimasystem.

Weiteres Detail: Die Innengeräte stammen nicht direkt von TeknoPoint, sondern sind Rebrands der SkyWorth Vela-Serie – ein chinesischer Hersteller, der OEM-Modelle für verschiedene Marken produziert. Das ist per se nichts Negatives, aber man sollte sich bewusst sein, dass man kein eigenentwickeltes High-End-Gerät bekommt. Und schon gar nichts, das mit den Funktionen der großen Marken (Silent Airflow etc.) mithalten könnte.

Immerhin: Ein Plasmafilter (auch ausschaltbar) ist verbaut. Das Licht ist auch komplett ausschaltbar.

Eine Smart-Steuerung (siehe unten) muss teuer zugekauft werden. Selbst die Smart-Steuerung erzeugt bei jedem Kommando einen lauten Piep.

Die Bedienungsanleitungen der Geräte (sowohl "Außen"-Gerät) als auch besonders des Innengeräts sind unter aller Sau. Sowohl die Englische als auch die Deutsche Version sind eine sehr schlechte Übersetzung des Italienischen - teilweise mit italienischen Wörtern zwischendrin. Scheinbar wurde es ohne Prüfung manuell übersetzt. Es ist einfacher den italienischen Text zu nehmen und in Google Translate zu kopieren. Mein Installateur kennt dieses Problem scheinbar und übergibt deshalb von sich aus direkt die Bedienungsanleitung der Skyworth Vela, also des tatsächlichen OEM-Geräts, das TeknoPoint hier rebranded hat. Die Anleitung ist wesentlich verständlicher.

Technische Daten

Ich kühle drei Räume.

  • Wohnzimmer: Südseitig, 25m2 - SKIV-12
  • Schlafzimmer: Südseitig, 25m2 - SKIV-09
  • Küche: Lichthof, ca. 10m2 - SKIV-09
Merkmal SKIV-09 SKIV-12
Stromversorgung 230 V / 50 Hz / 1~ 230 V / 50 Hz / 1~
Kühlleistung (nominal) 2600 W / 8900 BTU 3500 W / 11900 BTU
Heizleistung (nominal) 2800 W / 9600 BTU 3650 W / 12500 BTU
Luftdurchsatz (SHi / Hi / Med / Lo) 520 / 440 / 230 / 150 m³/h 580 / 500 / 300 / 230 m³/h
Schalldruckpegel (SHi / Hi / Med / Lo / Q) 38 / 34 / 21 / 19 dB(A) 40 / 35 / 22 / 20 dB(A)
Schallleistungspegel (SHi / Hi / Med / Lo / Q) 51 / 47 / 34 / 32 dB(A) 53 / 48 / 35 / 33 dB(A)
Abmessungen (L × T × H) 821 × 200 × 283 mm 884 × 205 × 298 mm
Gewicht 9 kg 10 kg
Kälterohranschlüsse (Zoll) 1/4″ – 3/8″ 1/4″ – 3/8″
Einstellbarer Temperaturbereich +16 °C bis +31 °C +16 °C bis +31 °C
Kosten (beim Kältetechniker, ohne MwSt, Einbau seperat) 370€ 400€

Smartsteuerung: Tuya

Die smarten Funktionen basieren auf einem separat erhältlichen Tuya-Modul, das für etwa 90 € pro Gerät zusätzlich erworben werden muss (frech bei dem Gerätepreis). Nach dem Einbau lässt sich das Gerät offiziell über die Tuya-App ansteuern.

Die offizielle Home-Assistant-Integration hat einige Bugs (z. B. fehlt der Fan-Only-Modus, dafür ist Kühlen doppelt vorhanden).
Ich hab für tuya-local ein PR geschrieben. Damit lässt sich das Gerät zuverlässig komplett lokal über Home Assistant steuern.

Home Assistant integration über tuya-local
Home Assistant: Detailansicht des Geräts

Die Smartsteuerung kann keine erweiterten Daten abrufen, sondern bietet nur dieselben Funktionen wie die Fernbedienung – an/aus, Moduswechsel, Zieltemperatur. Immerhin lässt sich die aktuelle Temperatur abrufen.

Besonders nervig: Jeder Befehl – auch über die App – löst einen Piepton am Innengerät aus, der nicht deaktivierbar ist. Das ist für Automatisierung natürlich kompletter Unfug. Im Schlafzimmer hab ich dafür einfach das Piezo Modul entfernt.

Lautstärke des Innengeräts: Okay, aber nicht flüsterleise

Die Innengeräte sind nicht laut, aber auch nicht herausragend leise. Im Quiet-Modus messe ich etwa 32 dB(A) (kleines Gerät im Schlafzimmer) bzw. 36 dB(A) (großes Gerät im Wohnzimmer) in ca. drei Metern Entfernung mit der Apple Watch – das ist hörbar, aber nicht störend. Für den Einsatz im Schlafzimmer aus meiner Sicht noch akzeptabel, aber nicht ideal. Klassische Splitgeräte von Daikin oder Mitsubishi sind hier wahrscheinlich etwas leiser.

Das Kompressor-/Wassergerät selbst steht bei mir im Bad und ist aus der Nähe durchaus hörbar – bei geschlossener Badezimmertür dringt aber so gut wie nichts mehr durch. Was bleibt, sind leichte Vibrationen, die sich über die Tür bzw. die Bausubstanz minimal übertragen.

Installation

Die Installation der TeknoPoint Idra Next übernahm bei mir eine Fachfirma – sauber und professionell. Die gesamte Montage dauerte etwa eineinhalb Tage. (Die Kosten finden sich im Abschnitt weiter unten.) Dabei wurden die Kältemittelleitungen verlegt, das Innengerät sowie das „Außengerät“ im Badezimmer installiert und alle wasserführenden Anschlüsse fachgerecht eingebunden.

Innengerät mit Kabelkanal
Innengerät mit Aufputz-Kabelkanal – nach außen ist nur dieser Kanal sichtbar, kein Außengerät.
Wasseranschluss
Der Wasseranschluss: Frischwasser-Zulauf mit Absperrventil, Druckminderer und Manometer – von hier läuft das Wasser durch den Kondensator.

Ich hatte ursprünglich versucht, ein zweites Angebot bei einer anderen Firma einzuholen – allerdings konnte diese das Gerät nicht beziehen. Zudem fielen dort Aussagen, die wenig Vertrauen weckten – etwa, dass ein Druckminderer nicht notwendig sei. Tatsächlich ist genau dieser aber essentiell: Bei einem Leitungsdruck über 2,5 bar verdoppelt sich der Wasserverbrauch, ohne dass die Anlage dadurch effizienter wird.

Die Firma, die schließlich die Installation übernommen hat, arbeitet standardmäßig mit Druckminderer, einem Wasserschlagdämpfer und verwendet die gedämmte Variante der Idra Next.

Ein kleines Detail: Ich habe nach einigen Tests festgestellt, dass der Druckminderer etwas zu stark eingestellt war – der Leitungsdruck fiel auf 0 bar, sobald die Anlage den Wasserdurchfluss hochfuhr. Das ließ sich aber innerhalb weniger Sekunden durch Nachregeln beheben.

COP-Messung: Wie Effizient ist die Anlage?

Das Coole an der Anlage: Anders als bei klassischen Luft-Luft-Klimaanlagen kann man die Effizienz selbst ermitteln. Das bekommt sonst nur Stiftung Warentest hin mit speziellen Räumen.

Denn es sind alle Energiedaten leicht messbar mithilfe von:

  • Einem Wasserdurchflussmesser (YF-B5 - 5% Genauigkeit)
  • Zwei Temperatursonden. Eins am Frischwasser, eins am Abwasser (DS18B20)
  • Ein Strommessgerät (Zigbee - SilverCrest)

Damit lässt sich die abgeführte Wärmemenge (basierend auf Temperaturdifferenz und Wasserdurchfluss) ins Verhältnis zum Stromverbrauch setzen – und daraus ergibt sich der echte COP.

Hierfür habe ich einen ESP32 genommen, mit ESPHome geflasht und die Sensoren angeschlossen.

COP-Messaufbau

Messaufbau: ESP32/ESPHome mit YF-B5-Durchflusssensor, zwei DS18B20-Temperatursonden (Frisch-/Abwasser) und Zigbee-Strommessung – zum Vergrößern anklicken

Der Wasserdurchflusssensor ist direkt am Frischwasser angeschlossen.

Die Temperatursonden stecken zwischen der Isolierung und dem Kupfer-Frisch-/Abwasserrohr. Weil das Kupfer träge ist und die Sonden zum Teil die Isolierung berühren, korrigiere ich ihre Werte rechnerisch: Ich habe die echte Frischwassertemperatur an einem Hahn gemessen (mit einem genauen Küchenthermometer) und die Differenz – je nach Raumtemperatur – auf die Messwerte angewandt. Unterm Strich wird die Frischwassertemperatur um ca. 4 Grad nach unten und die Abwassertemperatur um ca. 8 Grad nach oben korrigiert (das macht den COP-Wert letztlich genauer).

Warum der COP wichtig ist

Der COP ist der zentrale Wert, wenn es um die Effizienz einer Wärmepumpe oder Klimaanlage geht. Ein COP von 4 bedeutet zum Beispiel, dass für 1 kWh Strom 4 kWh Kälte bzw. Wärme erzeugt werden. Hersteller geben häufig Idealwerte an – unter Laborbedingungen mit exakt definierten Temperaturen. Dazu wird auch meist nur die theoretische Leistungsfähigkeit des Kompressors betrachtet.

COP oder EER? Beide Werte beschreiben im Grunde dasselbe – das Verhältnis von erzeugter Kälte- bzw. Wärmeleistung zur eingesetzten elektrischen Leistung. Der Unterschied liegt nur im Betriebsmodus: Der EER (Energy Efficiency Ratio) beziffert die Effizienz im Kühlbetrieb, der COP (Coefficient of Performance) die im Heizbetrieb. Ein EER von 4,06 bedeutet also: Im Kühlmodus werden aus 1 kWh Strom 4,06 kWh Kälte. Da meine Anlage praktisch nur kühlt, ist der hier gemessene Wert streng genommen ein EER; der Einfachheit halber spreche ich im Folgenden durchgehend vom „COP“.

In der Praxis ist der gemessene COP allerdings deutlich variabler, als es der Datenblattwert (EER 4,06) vermuten lässt. Über die ersten beiden Messwochen – also noch vor dem eigentlichen Hochsommer – ergibt sich folgendes Bild:

  • Im stabilen Kühlbetrieb liegt der COP im Median bei rund 2,7, mit Spitzen über 5 bei kaltem Frischwasser und gleichmäßiger Last – deutlich unter dem Labor-EER von 4,06, weil im Alltag Teillast, Takten und wärmeres Leitungswasser den Schnitt drücken.
  • Die Kühlleistung erreicht im Dauerbetrieb rund 5,5 kW, in der Spitze (alle drei Innengeräte auf Volllast) etwa 5,9 kW – also rund 80 % der angegebenen 7 kW. Begrenzt wird das durch den Wasserdurchfluss; die vollen 7 kW habe ich nie gesehen.
  • Die elektrische Leistung liegt im laufenden Betrieb im Median bei ~0,9 kW.

Effizienz: das Kleingedruckte

Drei Dinge muss man bei der Effizienz im Kopf behalten:

  • Das Takten kostet. Weil der Inverter nicht unter ~500 W regelt, schaltet die Anlage bei geringer Last ständig ein und aus. Gerade im Teillastbetrieb – also den meisten Stunden – drückt das den realen Wirkungsgrad spürbar unter den Datenblattwert.
  • Der reale COP schwankt extrem – der Momentanwert ist praktisch wertlos. Innerhalb weniger Minuten habe ich Werte von ~1,7 (Teillast/Takten oder heißer Kondensator unter Volllast) bis über 4 gesehen (Verdichter am Minimum mit kaltem ~11 °C Frischwasser – dann sogar kurz über dem Labor-EER von 4,06). Eine einzelne Momentaufnahme sagt also nichts aus. Sinnvoll ist nur der Mittelwert über längere Zeit – und der liegt bei mir bei rund 2,3–2,7. (Wie genau ein Einzelwert gemessen ist, zeigt die Fehlertabelle weiter unten.)
  • Effizienz bei Hitze – Stabilität statt Spitzenwert: Theoretisch sollte die Wasserkühlung hier punkten: Eine normale Split-Anlage verliert an heißen Tagen COP, weil sie ihre Wärme in 35 °C heiße Außenluft abgeben muss – die Idra hängt dagegen am ~15–20 °C kalten Leitungswasser, das kaum von der Lufttemperatur abhängt. Erste Messungen stützen das: Selbst an 32 °C-Tagen blieb das Leitungswasser bei ~16–20 °C, und der COP brach nicht ein – der energiegewichtete Schnitt der heißen Tage liegt mit ~2,8 sogar über dem milderen Frühsommer (~2,3). Aber Vorsicht mit der Einordnung: Das macht die Idra nicht effizienter als ein gutes Splitgerät – das liegt selbst an heißen Tagen meist noch bei ~3–4 und damit klar über der Idra. Der Vorteil ist Stabilität, nicht absolute Effizienz: Der COP eines luftgekühlten Splits fällt mit steigender Außentemperatur, der der Idra bleibt konstant. Erst bei echter Extremhitze (40 °C+), wenn ein Split unter die ~2,7 der Idra rutscht, dreht sich der Vorteil tatsächlich um. Die vollständige COP-über-Außentemperatur-Kurve liefere ich über den Hochsommer noch nach.

Wie genau ist dieser Wert? Eine Fehlerabschätzung. Die größte Unsicherheit steckt im Durchflusssensor – er läuft bei mir am unteren Ende seines Messbereichs (~2 l/min), wo solche Sensoren ungenauer werden:

QuelleUnsicherheit
Durchfluss YF-B5 (Datenblatt)±3 %
Durchfluss real (niedriger Fluss ~2 l/min)~±10 %
Temperatur (DS18B20, korrigiert)±~3 %
Strommessung±~2 %
→ COP2,7 ± 0,3 (≈ 2,4–3,0)

Eine zweite Einschränkung betrifft die Temperatursonden: Sie sitzen außen auf dem Kupferrohr (unter der Isolierung) und haben dadurch eine gewisse thermische Trägheit. In stationären Phasen ist das unkritisch – bei schnellen Übergängen (Anlauf, Lastsprünge, Takten) hinken sie der echten Wassertemperatur aber hinterher. Der momentane COP ist in solchen Momenten daher wenig aussagekräftig; beim Kaltstart erscheinen sogar COP-Werte unter 1, die so nicht real sind. Genau deshalb ist die energiegewichtete SCOP über längere Zeiträume die belastbare Kennzahl – nicht der Momentan-COP: Über einen vollständigen Ein-/Aus-Zyklus mitteln sich die Trägheitsfehler weitgehend heraus (was die Sonde beim Aufheizen zu niedrig misst, liefert sie nach dem Abschalten verzögert zu hoch wieder nach).

Unabhängig gegengeprüft: Die wasserseitig gemessene Kälteleistung habe ich mit einer völlig unabhängigen Methode verglichen – der luftseitigen Messung direkt am Innengerät (Ansaug- minus Ausblasluft-Temperatur × Luftvolumenstrom laut Datenblatt × Luft-Wärmekapazität, mit zwei schnellen Fühlern). Geprüft habe ich das über beide Innengeräte und bei drei Luftmengen (Turbo, Mittel, Leise). An der saubersten Messung (Wohnzimmer, Turbo, 16 °C – maximaler Luftstrom und große Temperaturdifferenz, also kleinster relativer Fehler) lag die Abweichung bei etwa 5 %. Ehrlicherweise rechne ich aber lieber konservativ mit ~10 %: Die Luftmethode hängt am Luftvolumenstrom aus dem Datenblatt, und ob der in der Praxis wirklich stimmt, weiß ich nicht – diese Unsicherheit deckt das 10-%-Band ab. (Die Luftseite erfasst zudem nur die sensible Kühlung, ohne den latenten Entfeuchtungs-Anteil.) Zusammen mit der ±3–5 %-Genauigkeit des Durchflusssensors heißt das: Die hier genannten Kälteleistungs- und COP-Werte sind auf grob ±10 % verlässlich. Für die absolute Genauigkeit bleibt als letzter Schritt nur der Bucket-Test des Durchflusssensors offen.

Luftseitiger Quercheck

Quervalidierung der Kälteleistung über die Luftseite – unabhängige Gegenprobe zur Wassermethode (Übereinstimmung ~5 %, konservativ ~10 %; zum Vergrößern anklicken)

Die Gegenprobe im Detail – Wasser- gegen Luftmethode am Wohnzimmer-Gerät über drei Lüfterstufen:

Stufe (Wohnzimmer)WasserseiteLuftseite*Abweichung
Turbo2,2 kW2,3 kW+4 %
Mittel1,8 kW1,9 kW+8 %
Leise1,6 kW1,5 kW−4 %

* Luftseite = Datenblatt-Luftmenge (580 / 500 / 300 m³/h) × Temperaturdifferenz × Luft-Wärmekapazität, nur sensible Kühlung. Im Schnitt ~5 % Abweichung, maximal 8 %. Beim kleineren Schlafzimmer-Gerät (SKIV-09) lag die tatsächliche Luftmenge übrigens deutlich unter dem Datenblatt (~350 statt 520 m³/h) – genau der Grund, warum ich beim Luftverfahren auf dem konservativen 10-%-Band bleibe.

Nach oben deckelt ohnehin die Physik (Carnot bei ~50 °C Kondensatortemperatur) den realistischen COP bei ~3,2 (warum genau, dazu gleich mehr im nächsten Abschnitt). Egal wie man rechnet: Er bleibt klar unter dem Labor-EER von 4,06.

Warum mehr Wasser mehr Effizienz bedeutet

Dass es dieselbe Anlage als Eco-Variante mit doppeltem Wasserdurchfluss und höherem EER gibt, ist kein Zufall – es verrät, woran die Effizienz wirklich hängt. Der Punkt ist nicht, dass die Anlage Wasser „erhitzt", sondern wie heiß das Wasser dabei wird: Bei wenig Durchfluss muss dieselbe abzuführende Wärme das Wasser stark aufheizen (bei mir von ~20 °C auf ~50 °C). Und je heißer das Wasser am Wärmetauscher wird, desto höher muss das Kältemittel kondensieren – und desto schlechter wird der Wirkungsgrad.

Der theoretische Maximalwirkungsgrad einer Kältemaschine (Carnot) hängt genau an dieser Temperaturspreizung:

COP ≈ T_kalt / (T_heiß − T_kalt)  (Temperaturen in Kelvin)

Mit der Verdampfertemperatur innen (~7 °C, fix durch den Raum) ergibt sich:

VarianteWasser rausKondensationCOP theor.COP real (~0,45×)
Standard (wenig Wasser)~50 °C~55 °C~5,8~2,6
Eco (doppelter Durchfluss)~32 °C~37 °C~9,3~4,2
Realer COP über der Kondensatortemperatur

Realer COP über der Kondensatortemperatur (rund 45 % des Carnot-Maximums): Je heißer der Kondensator – also je weniger Wasser –, desto niedriger der COP. Standard (~55 °C) → ~2,6, Eco mit doppeltem Durchfluss (~37 °C) → ~4,2. Zum Vergrößern anklicken.

Warum nur ~0,45 des Carnot-Werts? Keine reale Anlage erreicht das Carnot-Maximum: Der Verdichter komprimiert nicht verlustfrei, das Expansionsventil drosselt das Kältemittel (ein irreversibler Verlust), und die Wärmetauscher brauchen eine Temperaturdifferenz, um überhaupt Wärme zu übertragen. Reale Klimaanlagen und Wärmepumpen landen deshalb typischerweise bei 40–55 % des Carnot-Werts – dem sogenannten Gütegrad. Ich rechne hier mit 0,45 – ein für Klimaanlagen typischer Wert, unabhängig von meiner eigenen Messung. Dass damit rechnerisch ~2,6 herauskommen und ich tatsächlich ~2,7 messe, ist also kein Zirkelschluss, sondern eine schöne unabhängige Bestätigung. Der reale Wert für die Standard-Variante (~2,6) landet damit genau dort, wo auch meine Messung liegt (~2,7) – die gemessene Effizienz passt also gut zur Physik dieser Betriebsbedingungen. Der ganze Unterschied zur Eco-Version (und zum Datenblatt-EER von 4,06) steckt also darin, wie heiß man den Kondensator laufen lässt – und das bestimmt allein der Wasserdurchfluss. Ein realer COP von 4 würde am ~50 °C-Kondensator übrigens rund 70 % des Carnot-Maximums (~5,8) verlangen – das schafft keine reale Kältemaschine. Für die 4,06 müsste der Kondensator deutlich kühler laufen (~37 °C), sprich: mehr Wasser fließen.

Es ist dasselbe Prinzip, das klassische Heizungs-Wärmepumpen ausbremst: Eine Wärmepumpe, die 55 °C heißes Radiatorwasser erzeugen muss, ist ineffizienter als eine für eine 35 °C lauwarme Fußbodenheizung – größere Spreizung, schlechterer COP. Bei der Idra ist es spiegelverkehrt: Hier ist die Senke (das Kühlwasser) zu heiß. Die Lösung wäre dieselbe – die Spreizung verkleinern, sprich mehr Durchfluss (die Eco-Variante). Die Standard-Idra ist damit bewusst auf wenig Wasser statt hohe Effizienz getrimmt.

Unterm Strich ist die Idra also keine Effizienz-Königin – das Takten und der Wasserverbrauch verhindern das. Ihr einziger Effizienz-Trumpf ist Konstanz: Während ein luftgekühltes Gerät an heißen Tagen COP verliert, bleibt die Idra stabil. Wirklich zur effizienteren Wahl wird sie damit aber erst bei echter Extremhitze (40 °C+) – darunter liegt ein gutes Splitgerät weiter vorn.

Home Assistant Live-Dashboard

Mein Home-Assistant-Dashboard zur Anlage: Live-COP/SCOP, Kapazität, Durchfluss und Kosten auf einen Blick (zum Vergrößern anklicken).

Praxistest: Wie schlägt die Anlage sich im Hochsommer?

Über die reinen Effizienzwerte hinaus zeigen sich im Alltag noch zwei Dinge:

  • Leistung skaliert mit der Raumtemperatur – aber nicht alles ist „nur Physik": Dass ein Innengerät seine Nennkälteleistung erst erreicht, wenn der Raum deutlich über dem Sollwert liegt, ist Physik (kleinerer Temperaturunterschied am Wärmetauscher) und gilt für jede Klimaanlage. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass die Idra einen Raum weniger entschlossen herunterkühlt als die Midea Portasplit eines Freundes oder ein „richtiges" Splitgerät. Dafür gibt es Gründe jenseits der reinen Physik: das Takten ab der ~500-W-Grenze, die durch den Wasserdurchfluss begrenzte Gesamtleistung (~5,5 statt 7 kW, geteilt durch drei Innengeräte) – und möglicherweise schlicht die günstigen No-Name-Innengeräte (SkyWorth-Rebrand) mit weniger Luftdurchsatz. Was davon stimmt, habe ich inzwischen sauber durchgemessen (siehe „Einzeltest: Was leistet ein Innengerät allein?" weiter unten) – und das Ergebnis ist eindeutig: Es liegt nicht an schwachen Innengeräten, sondern am Außengerät, das ein einzelnes Innengerät nie voll antreibt. Mit drei Innengeräten (zusammen 8,7 kW) am 7-kW-Außengerät können ohnehin nie alle gleichzeitig auf Maximum laufen.
  • Wasser ist der teuerste Posten – stark nutzungsabhängig: Bei echter Kühllast ist der hohe Wasserverbrauch physikalisch nötig; im „nur kühl halten"-Betrieb laufen die ~110 l/h aber fast für nichts weiter – dann erreichen die Wasserkosten leicht das Zehnfache der Stromkosten (mehr dazu weiter unten).
Home Assistant Langzeit-Auswertung

Langzeit-Auswertung in Home Assistant: Strom-, Kühl- und Wasserverbrauch pro Tag/Monat sowie der COP-Verlauf (zum Vergrößern anklicken).

Einzeltest: Was leistet ein Innengerät allein?

Eine Sache hat mich lange gewurmt: Sobald nur ein Raum kühlt, fühlt sich die Anlage spürbar schwächer an. Also habe ich es an einem heißen Tag (über 30 °C) sauber gemessen – ein Innengerät allein, der Raum deutlich über dem Sollwert, auf Turbo. Parallel zur wasserseitigen kW-Messung habe ich mit zwei schnellen Temperaturfühlern die Zu- und Abluft direkt am Gerät erfasst, um die Kälteleistung unabhängig gegenzuprüfen.

Das Ergebnis ist ernüchternd: Beide Innengeräte liefern solo nur ~2 kW, obwohl sie für 2,6 bzw. 3,5 kW ausgelegt sind.

InnengerätNennleistungSolo-Leistung (Turbo)% der NennleistungCOP solo
Wohnzimmer (SkyWorth SKIV-12)3,5 kW~2,2 kW~63 %1,84
Schlafzimmer (SkyWorth SKIV-09)2,6 kW~1,9 kW~73 %2,09

Der entscheidende Punkt: Beide Geräte liegen mit ~1,9–2,2 kW viel näher beieinander als an ihren eigenen Nennwerten. Wäre das Innengerät (der Wärmetauscher) der Flaschenhals, müsste das große Gerät deutlich mehr leisten als das kleine – tut es aber kaum (2,2 vs 1,9 kW). Das Limit sitzt also nicht im Innengerät, sondern im Außengerät: Der Verdichter treibt einen einzelnen Wärmetauscher nicht voll an (vermutlich Saugdruck-/Vereisungsschutz). Volle Leistung gibt es erst, wenn mehrere Innengeräte gleichzeitig laufen – dann liefert das System in Summe ~5,5 kW und arbeitet sogar effizienter (mehr Verdampferfläche, höhere Saugtemperatur, weniger Verdichter-Hub).

Interessant am Rande: Das größere Wohnzimmer-Gerät (SKIV-12, eine Leistungsklasse über dem Schlafzimmer-Gerät) bringt solo kaum mehr als das kleinere. Beim Preis fällt das ohnehin kaum ins Gewicht – das größere Gerät kostet nur rund 20–30 € mehr. Es unterstreicht aber den Punkt: Solo limitiert das Außengerät, nicht das Innengerät.

Drei Beobachtungen am Rande:

  • Nicht raumtemperaturabhängig: Auch bei 30 °C Raumtemperatur – also weit weg vom Sollwert – bleibt es bei ~2 kW. Es ist kein „der Raum ist fast kalt genug"-Effekt, sondern ein hartes Regel-Limit.
  • Effizienz solo mau (~1,8–2,1): Ein einzelner Wärmetauscher zwingt den Verdampfer auf eine niedrige Temperatur – das kostet COP, selbst wenn der Kondensator wasserseitig kühl läuft.
  • Lüfterstufe tauscht Leistung gegen kalte Luft, nicht umgekehrt: Turbo bringt am meisten Kälte; eine niedrigere Stufe liefert nicht etwa kältere Luft bei gleicher Leistung, sondern schlicht weniger Kälte. Die Kurve fürs Wohnzimmer:
LüfterstufeLuftmenge (zurückgerechnet)KälteleistungZuluft-TempCOP
Turbo~555 m³/h~2,2 kW17,6 °C1,84
Mittel~468 m³/h~1,8 kW17,7 °C1,69
Leise~308 m³/h~1,6 kW14,0 °C1,85

Die Kehrseite – alle Geräte zusammen: Genau umgekehrt sieht es aus, wenn das ganze System läuft. An einem 32 °C-Tag habe ich alle drei Innengeräte gleichzeitig auf Turbo gestellt (Fenster zu): Das System liefert dann seine echte Maximalleistung von ~5,9 kW – und zwar bei deutlich besserem COP von ~3,2. Mehr aktive Wärmetauscher heißt also: mehr Leistung und mehr Effizienz. Die Kurve über die Anzahl aktiver Innengeräte zeigt das schön:

Aktive InnengeräteGesamt-Kälteleistungpro GerätCOP
1 (solo)~2 kW~2 kW~1,8–2,1
2~5 kW~2,5 kW~2,9
3 (alle)~5,9 kW~2 kW~3,2
Kälteleistung und COP nach Anzahl aktiver Innengeräte

Kälteleistung und COP nach Anzahl aktiver Innengeräte: solo nur ~2 kW (COP ~1,9), mit allen drei Geräten ~5,9 kW bei COP ~3,2 – mehr aktive Wärmetauscher bringen Leistung und Effizienz zugleich (zum Vergrößern anklicken).

Der „Sweet Spot" liegt bei zwei Geräten (je ~2,5 kW); mit dreien ist das System am Gesamtlimit (~5,9 kW, je ~2 kW). Solo wird ein einzelnes Gerät dagegen nie voll angetrieben. Heißt praktisch: Die Idra fühlt sich „schwach" an, wenn nur ein Raum kühlt – gebaut ist sie aber für den Mehrraum-Betrieb, und genau da spielt sie ihre Stärke und ihre brauchbare Effizienz aus.

Zum Abschluss noch der Praxis-Test: die ganze Wohnung gleichzeitig herunterkühlen. Von ~26–29 °C ging es in ~25 Minuten auf 24–25 °C in allen drei Räumen – die ersten Grad fielen schnell (Wohnzimmer ~0,4 °C/min), danach wurde es zäh, weil ab da die schweren, ungedämmten Wände gekühlt werden müssen (der Thermische-Masse-Effekt von oben). Und das Ganze bei COP ~3,0–3,2 – der effiziente Gegenpol zu den mauen Solo-Werten.

Methodik-Notiz: Aus jeder Messung lässt sich die Luftmenge zurückrechnen (Kälteleistung ÷ Luft-Temperaturdifferenz). Dabei kamen pro Lüfterstufe stabile, zur Baugröße passende Werte heraus (Turbo ~555, Mittel ~468, Leise ~308 m³/h fürs große, ~350 m³/h fürs kleine Gerät) – luft- und wasserseitige Messung sind also konsistent. Ein schöner unabhängiger Quercheck, dass der Messaufbau stimmt.

Wasserverbrauch und Ökologie

Ein Aspekt, der bei wassergeführten Klimaanlagen wie der TeknoPoint Idra Next oft übersehen wird, ist der Wasserverbrauch. Während klassische Klimaanlagen die Abwärme einfach an die Umgebungsluft abgeben, nutzt die Idra Next dazu Frischwasser aus der Leitung – das sich beim Durchlauf erwärmt und anschließend direkt in den Abfluss fließt.

Das ist technisch effizient und leise, aber ökologisch natürlich nicht ganz unproblematisch. In meinem Fall liegt der Wasserverbrauch laut Herstellerangabe zwischen 75 und 270 Litern pro Stunde beim Kühlen – abhängig von der Leistungsstufe. Bei Dauerbetrieb über mehrere Stunden können da schnell einige hundert Liter pro Tag zusammenkommen.

Was die Messung zeigt: In der Praxis pendelt der Durchfluss im Kühlbetrieb fast immer zwischen 110 und 173 l/h. Die untere Datenblatt-Grenze von 75 l/h wird dabei nie unterschritten – die obere von 270 l/h aber auch nie erreicht. Die Anlage fährt also einen schmalen Bereich knapp über dem Minimum und erhöht den Durchfluss erst, wenn das Abwasser heiß wird (~50 °C, nur bei hoher Last). Das bedeutet: Schon im Grundbetrieb laufen rund 110 Liter pro Stunde durch den Abfluss, fast unabhängig davon, wie wenig gerade gekühlt wird. Zusammen mit dem Takten des Inverters ist der Wasserverbrauch pro erzeugter kWh Kälte im Teillastbetrieb am schlechtesten – typischerweise rund 50 l/kWh, bei Volllast dagegen nur etwa 25 l/kWh. Bei einem Wiener Wasserpreis von 1,82 €/m³ (inkl. Abwasser) entspricht allein dieser Grundverbrauch grob 0,20 € pro Betriebsstunde.

Fairerweise muss man unterscheiden: Wenn die Anlage richtig kühlt, ist der hohe Wasserdurchfluss schlicht physikalisch nötig – die Wärme muss ja irgendwo hin, mehr Kälte heißt zwangsläufig mehr Wasser. Das eigentliche Problem ist der Teillastbetrieb: Da laufen die ~110 l/h fast unverändert weiter, obwohl kaum gekühlt wird. Genau dann wird Wasser verschwendet – es steht in keinem Verhältnis zur gelieferten Kälte. Der Wasserfresser ist also nicht die Volllast, sondern der hohe Sockelverbrauch bei wenig Bedarf.

Ein kurzes Rechenbeispiel macht das greifbar. Wasser nimmt pro Liter und Stunde rund 1,16 W je Grad Erwärmung auf. Wer 5 kW Kälte erzeugt, muss inklusive der Verdichterleistung etwa 6,7 kW Wärme ins Wasser abführen. Bei den 120 l/h aus dem Grundbetrieb wären das fast 50 K Erwärmung – das Abwasser ginge also Richtung 60 °C. So heiß lässt die Anlage den Kondensator aber nicht laufen (zu hoher Druck), also fährt sie den Durchfluss hoch: Um das Abwasser bei rund 50 °C zu halten, braucht sie bei 5 kW etwa 165 l/h – genau der Wert, auf den ich sie unter Last tatsächlich hochregeln sehe. Heißt: Bei echter Kühllast ist die Wassermenge schlicht Physik, keine Verschwendung. Verschwendet wird im Teillastbetrieb – da müsste sich das Wasser für 1 kW Kälte nur um ~7 K erwärmen, es laufen aber trotzdem die vollen ~110 l/h.

Aber ist das in Wien wirklich ein Problem?

In Wien relativiert sich das ökologische Problem etwas: Der Großteil des Trinkwassers kommt als Alpen-Quellwasser über die 1. und 2. Hochquellenleitung (rein, ungepumpt, mit reichlich Reserven) – der Verbrauch einzelner Idra-Anlagen ist also zunächst kein akutes Problem. Trotzdem ist das einmal genutzte Wasser verloren: Es landet ungenutzt in der Kanalisation, und flächendeckend müsste die Stadt ihre Abwasserkapazitäten ausbauen. Und es kostet Geld – bei ~1,82 €/m³ (inkl. Abwasser, Stand 2024) summiert sich ein langer Kühltag schnell auf mehrere Euro, allein fürs Wasser.

Wie hoch diese Kosten ausfallen, hängt extrem vom Nutzungsverhalten ab. Mein Strom ist dynamisch und mittags – wenn die Photovoltaik einspeist – oft spottbillig, das Wasser kostet dagegen fix ~1,82 €/m³. Schon dadurch dominiert das Wasser: An einem heißen Tag mit echter Kühllast lag mein Wasserposten bei rund dem 3,5-Fachen der Stromkosten. Richtig schräg wird es im Teillast- oder „nur kühl halten"-Betrieb: Dann liefert die Anlage kaum Kälte, die ~110 l/h laufen aber fast unverändert weiter – und die Wasserkosten können leicht das Zehnfache der Stromkosten erreichen. Faustregel also: An heißen Tagen kurz und kräftig runterkühlen ist okay; den ganzen Tag sanft auf Temperatur halten treibt vor allem den Wasserverbrauch – und damit die Kosten – ins Lächerliche.

Preis und Wirtschaftlichkeit: Nischenlösung mit hohem Preis

Die TeknoPoint Idra Next ist ohne Frage eine technische Besonderheit – aber das hat ihren Preis. In meinem Fall beliefen sich die Gesamtkosten für das System mit drei Innengeräten, der Wassereinheit sowie Installation und Inbetriebnahme durch eine Fachfirma auf rund 11.000 €. Das umfasst sämtliche Materialkosten, Montagearbeiten, Wanddurchbrüche, Wasseranschluss und Befüllung der Kältemittelleitungen.

Zur Einordnung: Die Preise in den Tabellen oben sind Netto-Listenpreise ohne Einbau – 5.930 € für die Wassereinheit und 370–400 € je Innengerät. Die ~11.000 € hier sind der tatsächlich bezahlte Bruttobetrag inklusive 20 % MwSt und kompletter Installation.

Zum Vergleich: Eine klassische Luft-Luft-Splitanlage mit ähnlicher Leistung würde – je nach Marke – etwa die Hälfte kosten, teilweise noch weniger. Dabei haben die oft mehr Komfort-Features und bessere Smart-Funktionen. Und auch bei den Betriebskosten schlägt sich das TeknoPoint-System mit einem nicht unerheblichen Wasserverbrauch nieder, wie im vorherigen Abschnitt beschrieben.

Wann sich die Anschaffung lohnt

Die Idra Next lohnt sich nur dann, wenn es wirklich keine genehmigungsfähige Alternative gibt – also etwa:

  • In denkmalgeschützten Gebäuden
  • In Mietwohnungen ohne Eigentümerzustimmung
  • Oder wenn keine sichtbare Außeneinheit montiert werden darf
  • Oder wenn kein Balkon oder ein geeignetes Fenster für die Midea PortaSplit vorhanden ist.

In solchen Fällen ist das TeknoPoint-System quasi konkurrenzlos – man bekommt eine vollwertige, leistungsfähige Klimaanlage mit echter Splittechnik, nur eben ohne Fassadeneingriff

Datenblatt vs. Praxis: meine Messwerte

Zum Abschluss die wichtigsten Herstellerangaben den bisherigen Messungen gegenübergestellt (Stand Anfang Sommer – einige Werte reiche ich über die Saison nach):

GrößeDatenblattPraxis (gemessen)
Kälteleistung (System)7,0 kW (max 7,8)~5,5 kW Dauerlast, Spitze ~5,9 kW (die 7 kW nie erreicht)
Innengeräte-Leistung (einzeln)2,6 / 3,5 kW (SKIV-09 / -12)solo nur ~1,9 / ~2,2 kW (~73 / 63 % der Nennleistung)
Wirkungsgrad KühlenEER 4,06~2,7 im Mittel (momentan 1,7 – >4); Saison-SCOP folgt
Leistungsaufnahme Kühlen1,75 kW (0,65–2,3)Median ~0,9 kW, bis ~2,3 kW
Min. Verdichterleistung650 W~500 W (darunter Takten)
Wasserdurchfluss Kühlen75–270 l/h110–173 l/h (Sockel ~110)
Wasser je kWh Kälte (Teillastbetrieb)~50 l/kWh
Wasser je kWh Kälte (Volllastbetrieb)~25 l/kWh
Wasser-Eintrittstemperatur15 °C (Prüfbedingung)~8–20 °C
Abwasser-Temperaturbis ~54 °C
SCOP Saison (energiegewichtet)folgt (Hochsommer)
COP über Außentemperaturfolgt (Hochsommer)
Wasserverbrauch pro Kühltag~1,6 m³ (heißer Tag)
Kosten pro Kühltag (Strom / Wasser)~0,80 € Strom + ~2,90 € Wasser ≈ 3,7 € (≈ 80 % Wasser)
Lautstärke Innengerät (Quiet)~19–20 dB(A) (1 m, Labor)~32–36 dB(A) (Apple Watch, 3 m, nahe Raumpegel – nicht 1:1 vergleichbar)

Die Kühl-Optionen im Vergleich

Zur Einordnung, wo die Idra Next gegenüber den gängigen Alternativen steht:

KriteriumIdra NextKlassische SplitMidea PortaSplitMonoblock
Außeneinheit / Genehmigungkeine – genehmigungsfreiAußeneinheit – Genehmigung nötigkleine Einheit am Fenster – grenzwertigkeine – nur Abluftschlauch
Kühlleistunghoch (7 kW System, real ~5,5–5,9)hochmittel (~3,6 kW)gering (~0,7 kW effektiv)
Effizienz (real)mäßig (~2,7)sehr gut (EER ~3–5)gutsehr schlecht (~0,8)
Heizenpraktisch neinja, sehr effizientteilsmeist nein
Wasserverbrauchhoch (ins Abwasser)keinerkeinernur Kondensat
Mehrere Räumeja (bis 4, je nach Modell)ja (Multi-Split)neinnein
InstallationFachfirma, festFachfirma, festselbst, semi-mobilPlug & Play, mobil
Lautstärke (innen)mittel (~32–36 dB)leise (Premium-Einheiten)hörbarlaut
Preis (grob)~11.000 € (3 Räume)~Hälfte (vgl. Leistung)~700–1.000 € (1 Raum)~300–800 €
Laufende KostenStrom + Wasser – Wasser dominiert (≈ 80 %)sehr niedrig (nur Strom, effizient)niedrig (nur Strom)sehr hoch (nur Strom, ineffizient)

Fazit: Nur falls keine Alternativen möglich sind

Die TeknoPoint Idra Next ist teuer, wasserintensiv und hat einige Schwächen bei Bedienung und Verarbeitung. Heizen ist damit praktisch nicht möglich – im Gegensatz zu klassischen Split-Wärmepumpen. Der einzige echte Vorteil: Sie kommt ohne Außeneinheit aus und kann deshalb ohne Genehmigung eingebaut werden.

Beim Wasser muss man fair bleiben: Wenn die Anlage richtig kühlt, ist der Verbrauch zwar hoch, aber kaum vermeidbar – die Wärme muss ja irgendwo hin, das ist schlicht Physik. Zu hoch wird er erst, wenn die Anlage nur sanft mitläuft: Dann fließen die ~110 l/h fast unverändert weiter, obwohl kaum gekühlt wird. Wer Wasser sparen will, kühlt also besser kurz und kräftig statt den ganzen Tag auf kleiner Flamme.

Was man ihr lassen muss: Mit entsprechend vielen Innengeräten kühlt sie eine ganze Wohnung zügig und zuverlässig herunter – das hat der Praxistest klar gezeigt.

Enttäuschend bleiben dagegen die Innengeräte. Solo erreicht keines seine Nennleistung (eher ~2 kW statt der angegebenen 2,6–3,5 kW) – das liegt zwar am Außengerät und nicht an schwachen Wärmetauschern (siehe Einzeltest), ärgerlich ist es trotzdem. Dazu die billig wirkenden Details wie die von Hand verstellbaren Lamellen und der nicht abschaltbare Piep. Und die Smart-Steuerung ist nicht annähernd so durchdacht wie etwa die von Midea: keine Firmware-Updates (mit denen sich die Regelung der Innengeräte vielleicht sogar nachbessern ließe), keine Kompressordaten, kaum echte Steuerung – nur das Nötigste.

Für mich persönlich – in einem Gebäude ohne genehmigungsfähige Alternative – ist der hohe Wasserverbrauch ein vertretbarer Kompromiss; für Neubauten oder alle mit Alternativen wäre er es nicht. Man kauft diese Anlage nur, wenn es wirklich keine andere Option gibt. Für alle anderen Fälle ist eine normale Split-Anlage die bessere Wahl: günstiger, effizienter, vielseitiger.

Der Einbau klassischer Split-Klimaanlagen sollte endlich vereinfacht werden – nicht nur aus Komfortgründen, sondern weil sie ökologisch und ökonomisch sinnvoll sind, gerade auch beim Heizen. Es wird Zeit, dass Wien hier nachzieht.Ein Messtag im Detail

So sieht ein kompletter heißer Testtag aus (25. Juni 2026, alle drei Geräte den ganzen Tag auf Maximum, Wohn- und Schlafzimmertür zu). Schön zu sehen: Obwohl es draußen bis 34 °C klettert, kühlen die Räume über den Tag herunter – das große Südwohnzimmer anfangs zäh (erst müssen die aufgeheizten Wände mit nach unten), später leicht, sobald die Sonne von der Fassade wandert. Den dynamischen Strompreis (mittags am günstigsten) und den Wasserdurchfluss kann man in der Legende dazuschalten. Zur Einordnung der Raumgrößen (Deckenhöhe überall 3,2 m, grob geschätzt): Wohnzimmer ~25 m²/80 m³, Schlafzimmer ~20 m²/64 m³, Küche ~10 m²/32 m³ und das kleine Büro ~6 m²/20 m³ (von ~70 m² gesamt).

In der Legende lassen sich die Kurven ein- und ausblenden – z. B. Wasserdurchfluss und Strompreis dazuschalten. Das Schlafzimmer lief schon über Nacht (auf 23 °C) und war morgens daher bereits kühl. Die Küche kühlt über die offene Tür auch das Büro mit (das Innengerät bläst Richtung Bürotür).

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