TeknoPoint Idra Next - Klimaanlage mit Wasser Erfahrungsbericht

TeknoPoint Idra Next - Klimaanlage mit Wasser Erfahrungsbericht
Kurzfassung: Die TeknoPoint Idra Next ist eine wassergekühlte Multi-Split-Klimaanlage ohne Außengerät – und damit vielleicht die einzige genehmigungsfreie Möglichkeit, eine vollwertige Klimaanlage in einer Wiener Altbau- oder Mietwohnung zu betreiben. Sie kühlt zuverlässig (bisher bis ~5,5 kW gemessen, rund 80 % der angegebenen 7 kW), ist aber teuer (~11.000 € all-in), wasserintensiv (real ab ~110 l/h Frischwasser, das ungenutzt in den Abfluss läuft) und heizt mit dem kalten Wiener Leitungswasser praktisch nicht.

Unterm Strich: ein Workaround für das Genehmigungsproblem – in puncto Effizienz und Wasserverbrauch aber keine vernünftige Wahl, wenn es Alternativen gibt.

Kurzer Hinweis vorweg: Dieser Erfahrungsbericht behandelt die wassergekühlte Klimaanlage Idra Next – mit Praxistest, detaillierten Messwerten und reichlich Technik. Die Effizienzwerte (COP, Wasser pro kWh) habe ich dafür ausführlich gemessen und unabhängig gegengeprüft (Wasser- gegen Luftseite, Abweichung ~5 %). Wer die Messdetails überspringen und direkt zum Ergebnis will, springt am besten gleich zu Preis und Wirtschaftlichkeit.

Auf einen Blick

Für wen?Für alle, bei denen in Wien Denkmalschutz oder ein WEG-/Vermieter-Veto eine normale Split-Anlage unmöglich machen. Wo eine Genehmigung möglich ist, ist sie die schlechtere Wahl.
Harte Fakten~5,5–5,9 kW real gemessen (von 7 kW Nennleistung) · ~11.000 € all-in (3 Räume) · realer COP ~2,7 statt EER 4,06.
Größter HakenDer Wasserverbrauch im Teillastbetrieb: schon beim „kühl halten“ laufen ~110 l/h in den Abfluss – die Wasserkosten übersteigen die Stromkosten dann um ein Vielfaches (an heißen Tagen ~80 % der Betriebskosten).
EnttäuschendDie Innengeräte erreichen ihre Nennleistung nie – solo nur ~2 kW statt der angegebenen 2,6–3,5 kW, weil das „Außengerät“ jedes einzelne ausbremst. Und selbst diese ~2 kW gibt es nur auf Turbo – entsprechend laut.
No-GoHeizen – das kalte Wiener Leitungswasser taugt kaum als Wärmequelle.

Ausgangslage: Klimaanlage in Wien

Wer in Wien eine Klimaanlage installieren will, hat ein Problem. In Altbauten oder Mietwohnungen ist eine klassische Split-Anlage praktisch aussichtslos. Der Knackpunkt ist das Außengerät: Fassadeneingriffe brauchen eine Genehmigung, die Eigentümergemeinschaft muss zustimmen, und beim Denkmalschutz ist sowieso Ende.

Selbst der gerichtliche Weg bringt selten Erfolg. Wer seine Klimaanlage einklagt, scheitert oft an überraschend konservativen Urteilen: Immer wieder wird argumentiert, eine Klimaanlage sei „nicht ortsüblich“ – völlig realitätsfremd bei bis zu 40 Tropennächten in Wien (und wie soll etwas je ortsüblich werden, wenn man es nicht erlaubt?).

Dabei wird gern vergessen, dass moderne Klimaanlagen nicht nur kühlen, sondern auch äußerst effizient heizen – in aller Regel mit besserem CO₂-Fußabdruck als eine Gas- oder Ölheizung. Klimaanlagen sind Luft-Luft-Wärmepumpen; ihr Einsatz im Winter ist meist deutlich umweltfreundlicher als ihr Ruf. Trotzdem hält sich die Vorstellung vom „Energiefresser“. Laut Stiftung Warentest Heft 06/2025 ist Heizen mit einer einfachen Split-Klimaanlage in nahezu allen Fällen günstiger als mit einer Gastherme.

Die pragmatische Lösung wäre simpel: Wärmepumpen aufs Dach, fertig. Sieht keiner, stört keinen, die Leitungen ließen sich durch alte Rauchfänge ziehen – keine Fassadeneingriffe, keine großen Umbauten. Aber darüber redet in Wien niemand.

Selbst Wiener Wohnen erstaunte lange mit fundiertem „Wissen“: So hieß es in einem Interview, eine Klimaanlage sei nicht sinnvoll – man solle stattdessen lieber ein paar Pflanzen aufstellen. Mittlerweile ist man zur Einsicht gekommen: Seit 2025 erlaubt Wiener Wohnen mit einem „Paradigmenwechsel“ auch Split-Klimaanlagen im Gemeindebau – unter Auflagen (Lärmschutz, Energieeffizienz, Brandschutz, Montage durch eine konzessionierte Firma, Genehmigung nötig, und nur, wenn es noch keine Kühlmöglichkeit gibt). Die Pflanzen-Empfehlung ist damit hoffentlich Geschichte.

Auch der Stromverbrauch wird gern als Gegenargument angeführt. Dabei braucht eine moderne Klimaanlage im Teillastbetrieb – also sobald der Raum einmal heruntergekühlt ist – kaum mehr Strom als ein durchschnittlicher PC. Dazu kommt: Gekühlt wird vor allem, wenn die Sonne knallt – also mittags. Genau dann drückt die Photovoltaik den Strompreis, an sonnigen Tagen am Spotmarkt zeitweise sogar ins Negative. Mit einem dynamischen Stromtarif kühlt man also ausgerechnet zur günstigsten Tageszeit.

Viele weichen deshalb auf Monoblock-Geräte aus. Die brauchen keine baulichen Änderungen, weil sie die warme Luft über einen Abluftschlauch durchs Fenster leiten. Das Problem: Sie sind unglaublich ineffizient. Im Praxistest von Stiftung Warentest 06/2021 hatte der beste Monoblock gerade mal 0,7 kW Kälteleistung bei 0,9 kW Stromverbrauch. Splitgeräte schaffen das Doppelte bis Sechsfache. Dazu sind sie (selbst mit zwei Schläuchen) in Kombination mit Gasthermen immer gefährlich.

Die bessere Alternative ist die Midea PortaSplit: In der Praxis 3,6 kW Kühlleistung (Stiftung Warentest 06/2025), rund fünfmal so viel wie ein mobiler Monoblock. Aber auch sie ist nicht für jeden eine Option – der Außenteil hängt am Fenster, das nicht zur Mietwohnung gehört; liegt es straßenseitig (von außen sichtbar), kann es Ärger geben. Ein Freund hat dazu einen eigenen Artikel geschrieben.

In diesem Artikel geht es um die TeknoPoint Idra Next, die ich mir letzten Winter habe einbauen lassen – und zu der ich bis heute kein einziges Review gefunden habe.

Split ohne Außengerät: Idra Next

Nach dem Sommer 2024 – wieder über 20 Tropennächte allein im Juli – hatte ich genug.

TeknoPoint Idra Next Wassereinheit – ersetzt das Außengerät
Die Idra-Next-Wassereinheit auf Schwerlastschienen – sie ersetzt das klassische Außengerät und gibt die Abwärme ans Leitungswasser ab.

Mein Vermieter erlaubt keine klassische Split-Anlage, und ein Monoblock bringt bei der großen Südfront kaum etwas – irgendwann musste ich ihn nachts direkt aufs Bett richten. Dann bin ich auf die TeknoPoint Idra Next gestoßen: ein System ganz ohne sichtbares Außengerät, das sich daher völlig genehmigungsfrei installieren lässt. Mein Modell ist die IDRA3-24H, ein Multi-Split-System mit drei Innengeräten, das seine Wärme nicht an die Außenluft, sondern an Frischwasser abgibt.

Der Trick: Das „Außengerät“ steht im Badezimmer, in einem schallgedämmten Kasten. Statt die Wärme mit einem Ventilator nach draußen zu blasen, läuft hier Frischwasser durch einen Wärmetauscher, nimmt die Wärme auf und geht direkt in den Abfluss. Das macht die Anlage zur vielleicht einzigen praktikablen Lösung für Wiener Mieter oder Eigentümer, die weder ineffiziente Monoblöcke noch zähe Behördenwege wollen. Herausforderungen bringt so ein System natürlich mit – Wasserverbrauch, Platzbedarf und vor allem Kosten –, aber allein die genehmigungsfreie Installation wiegt das für viele auf.

Technische Daten

Meine Anlage ist die TeknoPoint Idra Next IDRA3-24H, ein wassergekühltes Multi-Split-System mit drei Innengeräten. Die offizielle Kälteleistung liegt bei 7 kW, der maximale Stromverbrauch bei rund 2,2 kW. Anfangs läuft das System mit voller Leistung und regelt nach dem Erreichen der Zieltemperatur herunter. Im laufenden Kühlbetrieb liegt der Stromverbrauch laut meinen Messungen im Median bei rund 0,9 kW – etwa wie ein starker Gaming-PC unter Last; nur unter Volllast steigt er auf bis zu ~2,3 kW. Wichtig: Das Datenblatt nennt 650 W als Minimum, gemessen regelt der Inverter aber bis ~500 W herunter – darunter taktet die Anlage (dazu unten mehr).

Vollständiges Datenblatt IDRA3-24H
Kategorie Wert
Spannungsversorgung 230 V / 50 Hz / 1 Ph
Kühlen – Kälteleistung 7000 W (Nominal), 7800 W (Max)
Kühlen – Leistungsaufnahme 1750 W (Nominal), 650 W (Min), 2300 W (Max)
EER (Kühlen) 4,06 (Effizienz im Kühlbetrieb – 4,06 kWh Kälte je kWh Strom)
Heizen – Heizleistung 7000 W (Nominal), 7800 W (Max)
Heizen – Leistungsaufnahme 650 W (Min), 2300 W (Nominal), 2100 W (Max)
COP (Heizen) 3,89
Energieeffizienzklasse A++
Stand-by Verbrauch 0,5 W
Schalldruckpegel 42 dB(A)
Schallleistungspegel 52 dB(A)
Regelung Elektronisches Expansionsventil
Abmessungen (B×T×H) 500 × 300 × 670 mm
Gewicht 38 kg
Kältemitteltyp R32
Kältemittelmenge 1,30 kg
Zusätzliche Gasfüllung >5 m 22 g/m
Kühllleitungen max. Länge 10 m pro Gerät (gesamt 30 m)
Max. Höhenunterschied 5 m pro Gerät
Wasseranschlüsse 1/2" (Zoll)
Minimaler Wasserdruck 0,8 bar
Empfohlener Wasserdruck 1-2,5 bar
Wasserverbrauch (Kühlen) 75–270 l/h
Wasserverbrauch (Heizen) 91–440 l/h
Betriebstemperatur – Luft 16 °C (Heizen) / 31 °C (Kühlen)
Betriebstemperatur – Wasser 7 °C (Heizen) / 25 °C (Kühlen)
Kosten (beim Kältetechniker, ohne MwSt, Einbau seperat) 5930€
Alle Werte laut Herstellerangabe. Testbedingungen: Wassereintritt 15 °C beim Kühlen (Luft 27 °C), 20 °C beim Heizen (Luft 20 °C).

Varianten, Überlegungen und Einschränkungen

Bei der IDRA3 lassen sich bis zu drei Innengeräte anschließen. Selbst wenn man aktuell nur ein oder zwei braucht, kann die Dreier-Variante sinnvoll sein – mit Blick auf spätere Umbauten oder einen Umzug. Laut Handbuch ist der Betrieb mit einem oder zwei Geräten möglich; ich betreibe drei.

Ein technischer Nachteil: Der Inverter regelt nur bis zu einer Mindestleistung herunter (Datenblatt 650 W, gemessen ~500 W). Bei geringer Last beginnt die Anlage zu takten – also ein- und auszuschalten. Für einen Inverter-Verdichter mit Sanftanlauf ist das viel unkritischer als das harte Takten alter Fixspeed-Geräte – für die Lebensdauer kaum ein Problem, ideal aber auch nicht. Etwas Effizienz kostet es: Nach jedem Stopp muss der Verdichter beim Anlaufen erst wieder Druck aufbauen. Ein netter Nebeneffekt: Beim Takten steht auch die Wasserpumpe, im Aus-Zustand fließt kein Tropfen – der Wasserverbrauch sinkt also mit. Die Idra2 und die kleineren Monoblock-Modelle können tiefer herunterregeln.

Die Heizfunktion ist theoretisch vorhanden, in Wien aber kaum sinnvoll (ehrlicher: nicht nutzbar), weil das Frischwasser zu kalt ist, um effizient Wärme zu liefern. Wer primär heizen will, sollte ein anderes System wählen – und kann dann gleich statt der H-Version die C-Version kaufen: ohne Vierwegeventil (kein Heizen), dafür 300–500 € günstiger.

Daneben bietet TeknoPoint weitere Varianten:

  • Eine Eco-Version mit höherem EER, die dafür deutlich mehr Wasser verbraucht. Halte ich für wenig sinnvoll, weil der Verbrauch ohnehin schon hoch ist.
  • Spezialmodelle für den Anschluss an Bodentanks oder Warmwasserleitungen.
  • Eine günstigere Version namens Piccolo – Single-Split ohne Inverter.

Innengerät: Idra Skiv/Sky

Die Innengeräte der Idra Next wirken auf den ersten Blick hochwertig. Auf den zweiten – gerade beim Preis – zeigen sich Schwächen.

SkyWorth SKIV Innengerät
Eines der drei SkyWorth-SKIV-Innengeräte im Betrieb (Sollwert 24 °C).

Was sofort auffällt: Die horizontalen Lamellen sind nicht motorisiert. Die vertikale Luftverteilung stellt man per Fernbedienung ein, die horizontalen Lamellen von Hand – und sie rasten nicht zuverlässig ein, sondern wandern gelegentlich von selbst zurück. Das erinnert eher an Baumarktware als an ein hochwertiges Klimasystem.

Die Innengeräte stammen zudem nicht von TeknoPoint, sondern sind Rebrands der SkyWorth-Vela-Serie – ein chinesischer OEM-Hersteller. Das ist per se nichts Schlechtes, aber man bekommt eben kein eigenentwickeltes High-End-Gerät und nichts, das mit den Funktionen der großen Marken (Silent Airflow etc.) mithält. Immerhin: Ein (abschaltbarer) Plasmafilter ist verbaut, und das Licht lässt sich komplett ausschalten. Die Smart-Steuerung (siehe unten) muss dagegen teuer zugekauft werden – und quittiert jeden Befehl mit einem lauten Piep.

Die Bedienungsanleitungen (Außen- wie Innengerät) sind unter aller Sau: Die englische wie die deutsche Version sind schlechte Übersetzungen aus dem Italienischen, teils mit italienischen Wörtern mittendrin – offenbar ungeprüft. Einfacher ist es, den italienischen Text durch Google Translate zu jagen. Mein Installateur kennt das Problem und übergibt von sich aus direkt die Anleitung der SkyWorth Vela (des OEM-Geräts) – die ist wesentlich verständlicher.

Mittlerweile gibt es bessere Innengeräte: Das SKIV ist inzwischen die ältere Basis-Variante. TeknoPoint hat neuere Wandgeräte im Programm, die zwei meiner Kritikpunkte direkt beheben – allen voran das Evolve: WLAN ist hier integriert (kein 90-€-Modul pro Gerät mehr), die horizontale Klappe ist motorisiert und per Fernbedienung verstellbar (statt der hakeligen Handlamellen), dazu UV-C-Sterilisation und Plasmafilter. Daneben gibt es das Imagine mit Selbstreinigung und austauschbaren Stoff-Fronten. Der Haken: Evolve und Imagine gibt es nur bis Größe 12 (3,5 kW) – die großen Innengeräte (SKIV-18 mit 5,3 kW, SKIV-24 mit 6,4 kW) bleiben dem älteren SKIV vorbehalten. Für einen großen, stark belasteten Raum muss man sich also zwischen modernem Komfort (Evolve) und mehr Leistung (SKIV-18) entscheiden; für normale Räume würde ich heute aber klar zum Evolve greifen. Wer es ganz unsichtbar will: Es gibt das Innengerät auch als Kanal-, Kassetten- und Truhenvariante.

Technische Daten

Ich kühle drei Räume:

  • Wohnzimmer: südseitig, 25 m² – SKIV-12
  • Schlafzimmer: südseitig, 25 m² – SKIV-09
  • Küche: Lichthof, ca. 10 m² – SKIV-09
Vollständiges Datenblatt SKIV-09 / SKIV-12
Merkmal SKIV-09 SKIV-12
Stromversorgung 230 V / 50 Hz / 1~ 230 V / 50 Hz / 1~
Kühlleistung (nominal) 2600 W / 8900 BTU 3500 W / 11900 BTU
Heizleistung (nominal) 2800 W / 9600 BTU 3650 W / 12500 BTU
Luftdurchsatz (SHi / Hi / Med / Lo) 520 / 440 / 230 / 150 m³/h 580 / 500 / 300 / 230 m³/h
Schalldruckpegel (SHi / Hi / Med / Lo / Q) 38 / 34 / 21 / 19 dB(A) 40 / 35 / 22 / 20 dB(A)
Schallleistungspegel (SHi / Hi / Med / Lo / Q) 51 / 47 / 34 / 32 dB(A) 53 / 48 / 35 / 33 dB(A)
Abmessungen (L × T × H) 821 × 200 × 283 mm 884 × 205 × 298 mm
Gewicht 9 kg 10 kg
Kälterohranschlüsse (Zoll) 1/4″ – 3/8″ 1/4″ – 3/8″
Einstellbarer Temperaturbereich +16 °C bis +31 °C +16 °C bis +31 °C
Kosten (beim Kältetechniker, ohne MwSt, Einbau seperat) 370€ 400€

Smartsteuerung: Tuya

Die smarten Funktionen basieren auf einem separaten Tuya-Modul für rund 90 € pro Gerät (frech bei dem Gerätepreis). Damit lässt sich das Gerät offiziell über die Tuya-App ansteuern. Die offizielle Home-Assistant-Integration hat einige Bugs (z. B. fehlt der Fan-Only-Modus, dafür ist Kühlen doppelt vorhanden). Ich habe für tuya-local einen PR geschrieben – damit lässt sich das Gerät zuverlässig komplett lokal über Home Assistant steuern.

TeknoPoint Idra Next in der Tuya Smart App
Home Assistant integration über tuya-local
TeknoPoint Idra Next in Home Assistant über tuya-local
Home Assistant: Detailansicht des Geräts

Die Smartsteuerung kann keine erweiterten Daten abrufen – nur dieselben Funktionen wie die Fernbedienung (an/aus, Modus, Zieltemperatur). Immerhin lässt sich die aktuelle Temperatur auslesen. Besonders nervig: Jeder Befehl – auch über die App – löst einen nicht deaktivierbaren Piepton am Innengerät aus. Für Automatisierung ist das Unfug; im Schlafzimmer habe ich dafür einfach das Piezo-Modul entfernt.

Lautstärke des Innengeräts: Okay, aber nicht flüsterleise

Die Innengeräte sind nicht laut, aber auch nicht herausragend leise. Im Quiet-Modus messe ich in ca. drei Metern Entfernung (Apple Watch) etwa 32 dB(A) (kleines Gerät im Schlafzimmer) bzw. 36 dB(A) (großes Gerät im Wohnzimmer) – hörbar, aber nicht störend. Fürs Schlafzimmer noch akzeptabel, aber nicht ideal; klassische Splitgeräte von Daikin oder Mitsubishi sind hier vermutlich etwas leiser. (Wichtig fürs spätere Verständnis: leise ist nur der Quiet-Modus – auf Turbo sind die Geräte deutlich lauter.)

Das Kompressor-/Wassergerät im Bad ist aus der Nähe hörbar; bei geschlossener Tür dringt aber kaum etwas durch. Was bleibt, sind leichte Vibrationen, die sich minimal über Tür und Bausubstanz übertragen.

Installation

Die Installation übernahm eine Fachfirma – sauber und professionell. Die Montage dauerte etwa eineinhalb Tage (Kosten weiter unten): Kältemittelleitungen verlegen, Innengeräte und „Außengerät“ im Bad setzen, alle wasserführenden Anschlüsse einbinden.

Innengerät mit Kabelkanal
Innengerät mit Aufputz-Kabelkanal – nach außen ist nur dieser Kanal sichtbar, kein Außengerät.
Wasseranschluss
Der Wasseranschluss: Frischwasser-Zulauf mit Absperrventil, Druckminderer und Manometer – von hier läuft das Wasser durch den Kondensator.

Ein zweites Angebot bei einer anderen Firma scheiterte: Die konnte das Gerät nicht beziehen, und es fielen wenig vertrauenerweckende Aussagen – etwa, ein Druckminderer sei nicht nötig. Genau der ist aber essentiell: Bei über 2,5 bar Leitungsdruck verdoppelt sich der Wasserverbrauch, ohne dass die Anlage effizienter würde. Die ausführende Firma arbeitet standardmäßig mit Druckminderer und Wasserschlagdämpfer und verwendet die gedämmte Variante der Idra Next. Kleines Detail: Mein Druckminderer war anfangs etwas zu stark eingestellt – der Leitungsdruck fiel auf 0 bar, sobald die Anlage den Durchfluss hochfuhr. Ein paar Sekunden Nachregeln haben das behoben.

Zwei Dinge sollte man beim Einbau außerdem mitbedenken – gerade weil hier Trinkwasser durch das Gerät läuft:

  • Verkalkung / Wasserhärte: Der Kondensator ist ein Plattenwärmetauscher, durch den ständig frisches Leitungswasser fließt – Kalkablagerungen liegen also nahe. In der Praxis entwarnt die Physik etwas: Kalk fällt nennenswert erst ab ~50 °C aus, und im Kühlbetrieb bleibt das Wasser meist unter 40 °C (nur unter Volllast geht das Abwasser höher). Für die Langzeit ist Verkalkung damit weniger dramatisch als bei einem Warmwasserbereiter. Trotzdem sinnvoll: Absperrhähne beidseitig des Wärmetauschers, um ihn bei Bedarf entkalken bzw. spülen zu können.
  • Kondensatablauf: Ein unterschätzter Pluspunkt: Das Kondensat der Innengeräte (und das Kühlwasser) läuft bei mir über natürliches Gefälle direkt ins Abwasser. Damit entfallen die sonst üblichen Kondensatpumpen im Wohnraum – kleine, fehleranfällige Geräte, die gerne surren oder ausfallen. Ein leiser, wartungsarmer Vorteil.

COP-Messung: Wie Effizient ist die Anlage?

Das Coole an der Anlage: Anders als bei klassischen Luft-Luft-Klimaanlagen kann man die Effizienz selbst messen – das schafft sonst nur Stiftung Warentest mit Spezialräumen. Denn hier sind alle Energiedaten leicht erfassbar:

  • Ein Wasserdurchflussmesser (YF-B5, ±5 %)
  • Zwei Temperatursonden – am Frisch- und am Abwasser (DS18B20)
  • Ein Strommessgerät (Zigbee, SilverCrest)

Aus Temperaturdifferenz und Wasserdurchfluss ergibt sich die abgeführte Wärmemenge; ins Verhältnis zum Stromverbrauch gesetzt, erhält man den echten COP. Als Rechner dient ein ESP32 mit ESPHome.

COP-Messaufbau

Messaufbau: ESP32/ESPHome mit YF-B5-Durchflusssensor, zwei DS18B20-Temperatursonden (Frisch-/Abwasser) und Zigbee-Strommessung – zum Vergrößern anklicken

Der Durchflusssensor sitzt direkt am Frischwasser. Die Temperatursonden stecken zwischen Isolierung und Kupferrohr. Weil das Kupfer träge ist und die Sonden teils die Isolierung berühren, korrigiere ich rechnerisch: Ich habe die echte Frischwassertemperatur an einem Hahn gemessen (genaues Küchenthermometer) und die Differenz je nach Raumtemperatur angewandt – Frischwasser um ~4 °C nach unten, Abwasser um ~8 °C nach oben (das macht den COP genauer).

Warum der COP wichtig ist

Der COP ist der zentrale Effizienzwert einer Wärmepumpe oder Klimaanlage. Ein COP von 4 heißt: Aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Kälte bzw. Wärme. Hersteller geben meist Idealwerte an – unter Laborbedingungen und oft nur für den Kompressor.

COP oder EER? Beide beschreiben dasselbe – erzeugte Kälte-/Wärmeleistung geteilt durch elektrische Leistung. Der Unterschied ist nur der Modus: Der EER meint den Kühlbetrieb, der COP den Heizbetrieb. Ein EER von 4,06 heißt also: Im Kühlmodus werden aus 1 kWh Strom 4,06 kWh Kälte. Da meine Anlage praktisch nur kühlt, ist der gemessene Wert streng genommen ein EER; der Einfachheit halber spreche ich durchgehend vom „COP“.

In der Praxis ist der COP deutlich variabler als der Datenblattwert (EER 4,06). Über die ersten beiden Messwochen – also noch vor dem Hochsommer – ergibt sich:

  • Im stabilen Kühlbetrieb liegt der COP im Median bei rund 2,7, mit Spitzen über 5 bei kaltem Frischwasser – klar unter dem Labor-EER von 4,06.
  • Die Kühlleistung erreicht im Dauerbetrieb rund 5,5 kW, in der Spitze (alle drei Innengeräte) etwa 5,9 kW – rund 80 % der angegebenen 7 kW; die vollen 7 kW habe ich nie gesehen (begrenzt durch den Wasserdurchfluss).
  • Die elektrische Leistung liegt im Median bei ~0,9 kW.

Warum der Alltagswert unter dem Labor-EER liegt (Teillast, Takten, wärmeres Leitungswasser), zeigen die nächsten Abschnitte.

Effizienz: das Kleingedruckte

Drei Dinge muss man zur Effizienz im Kopf behalten:

  • Das Takten kostet. Weil der Inverter nicht unter ~500 W regelt, schaltet die Anlage bei geringer Last ständig ein und aus. Gerade im Teillastbetrieb – also den meisten Stunden – drückt das den realen Wirkungsgrad unter den Datenblattwert.
  • Der reale COP schwankt extrem – der Momentanwert ist wertlos. Innerhalb weniger Minuten habe ich Werte von ~1,7 (Teillast/Takten oder heißer Kondensator) bis über 4 gesehen (Verdichter am Minimum mit kaltem ~11 °C Frischwasser – dann kurz sogar über dem Labor-EER). Aussagekräftig ist nur der Mittelwert über längere Zeit, und der liegt bei mir bei 2,3–2,7.
  • Effizienz bei Hitze – Stabilität statt Spitzenwert. Theoretisch sollte die Wasserkühlung hier punkten: Eine normale Split-Anlage verliert an heißen Tagen COP, weil sie ihre Wärme in 35 °C heiße Außenluft abgeben muss – die Idra hängt am ~15–20 °C kalten Leitungswasser. Die Messung bestätigt das: Selbst an 32-°C-Tagen blieb das Wasser bei ~16–20 °C, der COP brach nicht ein (energiegewichteter Schnitt der heißen Tage ~2,8, sogar über dem milderen Frühsommer mit ~2,3). Aber Vorsicht: Das macht die Idra nicht effizienter als ein gutes Splitgerät – das liegt selbst an heißen Tagen meist bei ~3–4. Der Vorteil ist Stabilität, nicht absolute Effizienz. Erst bei echter Extremhitze (40 °C+), wenn ein Split unter die ~2,7 der Idra rutscht, dreht sich der Vorteil um. Die vollständige COP-über-Außentemperatur-Kurve reiche ich über den Hochsommer nach.

Die hier genannten Kälteleistungs- und COP-Werte sind auf grob ±10 % belastbar – gegengeprüft über eine unabhängige luftseitige Messung (Abweichung ~5 %). Die komplette Fehlerrechnung samt Gegenprobe zum Aufklappen:

Fehlerrechnung & unabhängige Gegenprobe

Wie genau ist dieser Wert? Eine Fehlerabschätzung. Die größte Unsicherheit steckt im Durchflusssensor – er läuft bei mir am unteren Ende seines Messbereichs (~2 l/min), wo solche Sensoren ungenauer werden:

QuelleUnsicherheit
Durchfluss YF-B5 (Datenblatt)±3 %
Durchfluss real (niedriger Fluss ~2 l/min)~±10 %
Temperatur (DS18B20, korrigiert)±~3 %
Strommessung±~2 %
→ COP2,7 ± 0,3 (≈ 2,4–3,0)

Eine zweite Einschränkung betrifft die Temperatursonden: Sie sitzen außen auf dem Kupferrohr (unter der Isolierung) und haben dadurch eine gewisse thermische Trägheit. In stationären Phasen ist das unkritisch – bei schnellen Übergängen (Anlauf, Lastsprünge, Takten) hinken sie der echten Wassertemperatur aber hinterher. Der momentane COP ist in solchen Momenten daher wenig aussagekräftig; beim Kaltstart erscheinen sogar COP-Werte unter 1, die so nicht real sind. Genau deshalb ist die energiegewichtete SCOP über längere Zeiträume die belastbare Kennzahl – nicht der Momentan-COP: Über einen vollständigen Ein-/Aus-Zyklus mitteln sich die Trägheitsfehler weitgehend heraus (was die Sonde beim Aufheizen zu niedrig misst, liefert sie nach dem Abschalten verzögert zu hoch wieder nach).

Unabhängig gegengeprüft: Die wasserseitig gemessene Kälteleistung habe ich mit einer völlig unabhängigen Methode verglichen – der luftseitigen Messung direkt am Innengerät (Ansaug- minus Ausblasluft-Temperatur × Luftvolumenstrom laut Datenblatt × Luft-Wärmekapazität, mit zwei schnellen Fühlern). Geprüft habe ich das über beide Innengeräte und bei drei Luftmengen (Turbo, Mittel, Leise). An der saubersten Messung (Wohnzimmer, Turbo, 16 °C – maximaler Luftstrom und große Temperaturdifferenz, also kleinster relativer Fehler) lag die Abweichung bei etwa 5 %. Ehrlicherweise rechne ich aber lieber konservativ mit ~10 %: Die Luftmethode hängt am Luftvolumenstrom aus dem Datenblatt, und ob der in der Praxis wirklich stimmt, weiß ich nicht – diese Unsicherheit deckt das 10-%-Band ab. (Die Luftseite erfasst zudem nur die sensible Kühlung, ohne den latenten Entfeuchtungs-Anteil.) Zusammen mit der ±3–5 %-Genauigkeit des Durchflusssensors heißt das: Die hier genannten Kälteleistungs- und COP-Werte sind auf grob ±10 % verlässlich. Für die absolute Genauigkeit bleibt als letzter Schritt nur der Bucket-Test des Durchflusssensors offen.

Luftseitiger Quercheck

Quervalidierung der Kälteleistung über die Luftseite – unabhängige Gegenprobe zur Wassermethode (Übereinstimmung ~5 %, konservativ ~10 %; zum Vergrößern anklicken)

Die Gegenprobe im Detail – Wasser- gegen Luftmethode am Wohnzimmer-Gerät über drei Lüfterstufen:

Stufe (Wohnzimmer)WasserseiteLuftseite*Abweichung
Turbo2,2 kW2,3 kW+4 %
Mittel1,8 kW1,9 kW+8 %
Leise1,6 kW1,5 kW−4 %

* Luftseite = Datenblatt-Luftmenge (580 / 500 / 300 m³/h) × Temperaturdifferenz × Luft-Wärmekapazität, nur sensible Kühlung. Im Schnitt ~5 % Abweichung, maximal 8 %. Beim kleineren Schlafzimmer-Gerät (SKIV-09) lag die tatsächliche Luftmenge übrigens deutlich unter dem Datenblatt (~350 statt 520 m³/h) – genau der Grund, warum ich beim Luftverfahren auf dem konservativen 10-%-Band bleibe.

Nach oben deckelt ohnehin die Physik (Carnot bei ~50 °C Kondensatortemperatur) den realistischen COP bei ~3,2 (warum genau, dazu gleich mehr im nächsten Abschnitt). Egal wie man rechnet: Er bleibt klar unter dem Labor-EER von 4,06.

Warum mehr Wasser mehr Effizienz bedeutet

Dass es dieselbe Anlage als Eco-Variante mit doppeltem Wasserdurchfluss und höherem EER gibt, verrät, woran die Effizienz wirklich hängt. Der Punkt ist nicht, dass die Anlage Wasser erwärmt, sondern wie heiß es dabei wird: Bei wenig Durchfluss muss dieselbe Wärme das Wasser stark aufheizen (bei mir von ~20 °C auf ~50 °C). Je heißer das Wasser am Wärmetauscher, desto höher muss das Kältemittel kondensieren – und desto schlechter der Wirkungsgrad.

Der theoretische Maximalwirkungsgrad (Carnot) hängt genau an dieser Spreizung:

COP ≈ T_kalt / (T_heiß − T_kalt)  (Temperaturen in Kelvin)

Mit der Verdampfertemperatur innen (~7 °C, fix durch den Raum) ergibt sich:

VarianteWasser rausKondensationCOP theor.COP real (~0,45×)
Standard (wenig Wasser)~50 °C~55 °C~5,8~2,6
Eco (doppelter Durchfluss)~32 °C~37 °C~9,3~4,2

Realer COP über der Kondensatortemperatur (rund 45 % des Carnot-Maximums): Je heißer der Kondensator – je weniger Wasser –, desto niedriger der COP. Standard (~55 °C) → ~2,6, Eco mit doppeltem Durchfluss (~37 °C) → ~4,2. In der Legende lassen sich die Kurven ein-/ausblenden.

Physik-Exkurs: Warum nur ~45 % des Carnot-Maximums?

Warum nur ~0,45 des Carnot-Werts? Keine reale Anlage erreicht das Carnot-Maximum: Der Verdichter komprimiert nicht verlustfrei, das Expansionsventil drosselt (irreversibel), und die Wärmetauscher brauchen eine Temperaturdifferenz, um überhaupt Wärme zu übertragen. Reale Klimaanlagen landen deshalb bei 40–55 % des Carnot-Werts (Gütegrad). Ich rechne mit 0,45 – ein typischer Wert, unabhängig von meiner Messung. Dass damit rechnerisch ~2,6 herauskommen und ich ~2,7 messe, ist kein Zirkelschluss, sondern eine schöne unabhängige Bestätigung. Der ganze Unterschied zur Eco-Version (und zum EER 4,06) steckt darin, wie heiß man den Kondensator laufen lässt – und das bestimmt allein der Wasserdurchfluss. Ein realer COP von 4 verlangte am ~50-°C-Kondensator rund 70 % des Carnot-Maximums – das schafft keine reale Kältemaschine. Für die 4,06 müsste der Kondensator deutlich kühler laufen (~37 °C), also mehr Wasser fließen.

Es ist dasselbe Prinzip, das Heizungs-Wärmepumpen ausbremst: Eine Wärmepumpe für 55 °C heißes Radiatorwasser ist ineffizienter als eine für 35 °C lauwarme Fußbodenheizung – größere Spreizung, schlechterer COP. Bei der Idra ist es spiegelverkehrt: Hier ist die Senke (das Kühlwasser) zu heiß. Die Lösung wäre dieselbe – mehr Durchfluss (die Eco-Variante). Die Standard-Idra ist bewusst auf wenig Wasser statt hohe Effizienz getrimmt.

Unterm Strich ist die Idra keine Effizienz-Königin – Takten und Wasserverbrauch verhindern das. Ihr einziger Trumpf ist Konstanz: Während ein luftgekühltes Gerät an heißen Tagen COP verliert, bleibt die Idra stabil. Zur effizienteren Wahl wird sie damit aber erst bei echter Extremhitze (40 °C+) – darunter liegt ein gutes Splitgerät vorn.

Home Assistant Live-Dashboard

Mein Home-Assistant-Dashboard zur Anlage: Live-COP/SCOP, Kapazität, Durchfluss und Kosten auf einen Blick (zum Vergrößern anklicken).

Praxistest: Wie schlägt die Anlage sich im Hochsommer?

Über die reinen Effizienzwerte hinaus zeigen sich im Alltag zwei Dinge – beide sind Kernpunkte dieses Artikels und werden weiter unten im Detail belegt:

  • Solo schwach, im Verbund stark: Ein einzelnes Innengerät fühlt sich spürbar schwächer an als die Midea PortaSplit eines Freundes oder ein „richtiges“ Splitgerät. Das liegt nicht an schwachen Innengeräten, sondern am Außengerät, das ein einzelnes Innengerät nie voll antreibt (Details im Einzeltest). Mit drei Innengeräten (zusammen 8,7 kW) am 7-kW-Außengerät kann ohnehin nie alles gleichzeitig auf Maximum laufen.
  • Wasser ist der teuerste Posten – stark nutzungsabhängig: Bei echter Kühllast ist der hohe Durchfluss physikalisch nötig; im „nur kühl halten“-Betrieb laufen die ~110 l/h aber fast für nichts – dann erreichen die Wasserkosten leicht das Zehnfache der Stromkosten (Details unter Wasserverbrauch).
Home Assistant Langzeit-Auswertung

Langzeit-Auswertung in Home Assistant: Strom-, Kühl- und Wasserverbrauch pro Tag/Monat sowie der COP-Verlauf (zum Vergrößern anklicken).

Ein Messtag im Detail

So sieht ein kompletter heißer Testtag aus (25. Juni 2026, alle drei Geräte den ganzen Tag auf Maximum, Wohn- und Schlafzimmertür zu). Schön zu sehen: Obwohl es draußen bis 34 °C klettert, kühlen die Räume über den Tag herunter – das große Südwohnzimmer anfangs zäh (erst müssen die aufgeheizten Wände mit nach unten), später leicht, sobald die Sonne von der Fassade wandert. Den dynamischen Strompreis (mittags am günstigsten) und den Wasserdurchfluss kann man in der Legende dazuschalten. Zur Einordnung der Raumgrößen (Deckenhöhe überall 3,2 m, grob geschätzt): Wohnzimmer ~25 m²/80 m³, Schlafzimmer ~20 m²/64 m³, Küche ~10 m²/32 m³ und das kleine Büro ~6 m²/20 m³ (von ~70 m² gesamt).

In der Legende lassen sich die Kurven ein- und ausblenden – z. B. Wasserdurchfluss und Strompreis dazuschalten. Das Schlafzimmer lief schon über Nacht (auf 23 °C) und war morgens daher bereits kühl. Die Küche kühlt über die offene Tür auch das Büro mit (das Innengerät bläst Richtung Bürotür).

Einzeltest: Was leistet ein Innengerät allein?

Eine Sache hat mich lange gewurmt: Sobald nur ein Raum kühlt, fühlt sich die Anlage spürbar schwächer an. Also habe ich es an einem heißen Tag (über 30 °C) sauber gemessen – ein Innengerät allein, der Raum deutlich über dem Sollwert, auf Turbo. Parallel zur wasserseitigen kW-Messung habe ich mit zwei schnellen Temperaturfühlern die Zu- und Abluft direkt am Gerät erfasst, um die Kälteleistung unabhängig gegenzuprüfen.

Das Ergebnis ist ernüchternd: Beide Innengeräte liefern solo nur ~2 kW, obwohl sie für 2,6 bzw. 3,5 kW ausgelegt sind.

InnengerätNennleistungSolo-Leistung (Turbo)% der NennleistungCOP solo
Wohnzimmer (SkyWorth SKIV-12)3,5 kW~2,2 kW~63 %1,84
Schlafzimmer (SkyWorth SKIV-09)2,6 kW~1,9 kW~73 %2,09

Der entscheidende Punkt: Beide Geräte liegen mit ~1,9–2,2 kW viel näher beieinander als an ihren eigenen Nennwerten. Wäre das Innengerät (der Wärmetauscher) der Flaschenhals, müsste das große Gerät deutlich mehr leisten als das kleine – tut es aber kaum (2,2 vs 1,9 kW). Das Limit sitzt also nicht im Innengerät, sondern im Außengerät: Der Verdichter treibt einen einzelnen Wärmetauscher nicht voll an (vermutlich Saugdruck-/Vereisungsschutz). Volle Leistung gibt es erst, wenn mehrere Innengeräte gleichzeitig laufen – dann liefert das System in Summe ~5,5 kW und arbeitet sogar effizienter (mehr Verdampferfläche, höhere Saugtemperatur, weniger Verdichter-Hub).

Interessant am Rande: Das größere Wohnzimmer-Gerät (SKIV-12, eine Leistungsklasse über dem Schlafzimmer-Gerät) bringt solo kaum mehr als das kleinere. Beim Preis fällt das ohnehin kaum ins Gewicht – das größere Gerät kostet nur rund 20–30 € mehr. Es unterstreicht aber den Punkt: Solo limitiert das Außengerät, nicht das Innengerät.

Drei Beobachtungen am Rande:

  • Nicht raumtemperaturabhängig: Auch bei 30 °C Raumtemperatur – also weit weg vom Sollwert – bleibt es bei ~2 kW. Es ist kein „der Raum ist fast kalt genug"-Effekt, sondern ein hartes Regel-Limit.
  • Effizienz solo mau (~1,8–2,1): Ein einzelner Wärmetauscher zwingt den Verdampfer auf eine niedrige Temperatur – das kostet COP, selbst wenn der Kondensator wasserseitig kühl läuft.
  • Lüfterstufe tauscht Leistung gegen kalte Luft, nicht umgekehrt: Turbo bringt am meisten Kälte; eine niedrigere Stufe liefert nicht etwa kältere Luft bei gleicher Leistung, sondern schlicht weniger Kälte. Die Kurve fürs Wohnzimmer:
LüfterstufeLuftmenge (zurückgerechnet)KälteleistungZuluft-TempCOP
Turbo~555 m³/h~2,2 kW17,6 °C1,84
Mittel~468 m³/h~1,8 kW17,7 °C1,69
Leise~308 m³/h~1,6 kW14,0 °C1,85

Die Kehrseite – alle Geräte zusammen: Genau umgekehrt sieht es aus, wenn das ganze System läuft. An einem 32 °C-Tag habe ich alle drei Innengeräte gleichzeitig auf Turbo gestellt (Fenster zu): Das System liefert dann seine echte Maximalleistung von ~5,9 kW – und zwar bei deutlich besserem COP von ~3,2. Mehr aktive Wärmetauscher heißt also: mehr Leistung und mehr Effizienz. Die Kurve über die Anzahl aktiver Innengeräte zeigt das schön:

Aktive InnengeräteGesamt-Kälteleistungpro GerätCOP
1 (solo)~2 kW~2 kW~1,8–2,1
2~5 kW~2,5 kW~2,9
3 (alle)~5,9 kW~2 kW~3,2
Kälteleistung und COP nach Anzahl aktiver Innengeräte

Kälteleistung und COP nach Anzahl aktiver Innengeräte: solo nur ~2 kW (COP ~1,9), mit allen drei Geräten ~5,9 kW bei COP ~3,2 – mehr aktive Wärmetauscher bringen Leistung und Effizienz zugleich (zum Vergrößern anklicken).

Der „Sweet Spot" liegt bei zwei Geräten (je ~2,5 kW); mit dreien ist das System am Gesamtlimit (~5,9 kW, je ~2 kW). Solo wird ein einzelnes Gerät dagegen nie voll angetrieben. Heißt praktisch: Die Idra fühlt sich „schwach" an, wenn nur ein Raum kühlt – gebaut ist sie aber für den Mehrraum-Betrieb, und genau da spielt sie ihre Stärke und ihre brauchbare Effizienz aus.

Wie groß dieser Effekt ist, sieht man am besten live: An einem heißen Abend liefen bei mir nur Küche und Schlafzimmer – ~3,5 kW Kälte bei ~2,0 kW Strom (COP ~1,7). Kaum schaltete ich das Wohnzimmer dazu, sprang die Kälteleistung auf ~5,5 kW – bei praktisch gleichem Stromverbrauch (sogar minimal weniger). Der COP verdoppelte sich damit fast auf ~3,0. Kurz gesagt: ~2 kW mehr Kälte für 0 W mehr Strom, nur weil ein weiterer Wärmetauscher dazukam.

Zum Abschluss noch der Praxis-Test: die ganze Wohnung gleichzeitig herunterkühlen. Von ~26–29 °C ging es in ~25 Minuten auf 24–25 °C in allen drei Räumen – die ersten Grad fielen schnell (Wohnzimmer ~0,4 °C/min), danach wurde es zäh, weil ab da die schweren, ungedämmten Wände gekühlt werden müssen (der Thermische-Masse-Effekt von oben). Und das Ganze bei COP ~3,0–3,2 – der effiziente Gegenpol zu den mauen Solo-Werten.

Wichtig zum Komfort: Diese guten Werte gelten für Turbo. Um an heißen Tagen die genannten Zieltemperaturen (z. B. 23 °C im Wohnzimmer) überhaupt zu erreichen, mussten alle Geräte auf Turbo laufen – also mit deutlich lauteren Lüftern. In den leiseren Stufen wird es an einem Hitzetag nicht 23, sondern eher 26 °C. Kühlkomfort und Ruhe schließen sich an heißen Tagen also praktisch aus.

Methodik-Notiz: Luftmengen-Quercheck

Methodik-Notiz: Aus jeder Messung lässt sich die Luftmenge zurückrechnen (Kälteleistung ÷ Luft-Temperaturdifferenz). Dabei kamen pro Lüfterstufe stabile, zur Baugröße passende Werte heraus (Turbo ~555, Mittel ~468, Leise ~308 m³/h fürs große, ~350 m³/h fürs kleine Gerät) – luft- und wasserseitige Messung sind also konsistent. Ein schöner unabhängiger Quercheck, dass der Messaufbau stimmt.

Gegentest: das aufgeheizte Wohnzimmer

Der umgekehrte Fall – und der ehrlichere Härtetest. Am Folgetag habe ich das Wohnzimmer bewusst nicht vorgekühlt: Fenster auf, Gerät aus, bis es sich bis Mittag auf ~29 °C aufgeheizt hatte (senkrechte Linie). Erst dann lief das Wohnzimmer-Gerät auf Maximum – und nur Wohnzimmer und Küche, das Schlafzimmer blieb aus, damit das Wohnzimmer die bestmögliche Kühlleistung abbekommt (zwei aktive Geräte = der Sweet Spot).

Das Ergebnis ist ernüchternd: Selbst auf Volllast holt das Gerät den aufgeheizten Raum nur zäh herunter. Über zwei Stunden hängt es bei ~25 °C fest; erst als am Nachmittag die Sonne von der Südfassade wandert, geht es weiter. Nach gut fünf Stunden ist das Wohnzimmer endlich bei angenehmen ~23 °C – während es draußen auf 36 °C klettert.

Das mag überheblich klingen, aber die Abweichung von der Spezifikation ist eben deutlich – und sie kostet: Weil länger vorgekühlt werden muss, fallen über den Tag auch mehr Strom und vor allem mehr Wasser an. Und das Wohnzimmer hat nur 25 m²; in größeren Räumen kommt das Gerät noch deutlicher an seine Grenze. Und das nur mit voller, lauter Turbo-Stufe – leiser wäre der Raum an diesem Tag gar nicht auf 23 °C gekommen.

Der Grund ist enttäuschend: Das Wohnzimmer-Innengerät erreicht nie seine angegebene Leistung. Spezifiziert mit 3,5 kW, liefert es real nur ~2–2,5 kW (das Außengerät treibt ein einzelnes Innengerät schlicht nicht voll an – siehe Einzeltest). Für einen großen, südseitigen Raum, der bereits aufgeheizt ist, reicht das an einem 36-°C-Tag nicht. Der COP fällt dabei auf magere ~1,7, weil das Gerät praktisch allein arbeitet. Die Lehre ist dieselbe wie oben, nur umgekehrt: Vorkühlen schlägt Nachkühlen – wer den Raum erst heiß werden lässt, kämpft stundenlang hinterher.

Im Nachhinein war das auch eine Frage der Auslegung – wenn auch eine verständliche. Fürs Wohnzimmer wäre ein größeres Innengerät die bessere Wahl gewesen: Über dem verbauten SKIV-12 (3,5 kW) gibt es noch das SKIV-18 (5,3 kW) und das SKIV-24 (6,4 kW). Ein größeres Gerät hat mehr Wärmetauscherfläche und holt – genau wie der Mehrgeräte-Effekt oben – auch mehr aus dem begrenzten Außengerät heraus; für den großen Südraum kämen so grob ~3 statt ~2 kW an. Dass es trotzdem das SKIV-12 wurde, ist nachvollziehbar: Auf dem Papier reicht ein 3,5-kW-Gerät locker für 25 m². Dass die Anlage davon real nur die Hälfte liefert, steht in keinem Datenblatt – also legt selbst eine gute Fachfirma nach Nennleistung aus und liegt damit zu knapp. Die eigentliche Lehre: Beim Idra gehören die Innengeräte für stark belastete Räume bewusst überdimensioniert, weil das Außengerät jedes einzelne ausbremst.

Gegentest: das aufgeheizte Wohnzimmer (Start ~29 °C) wird ab 12 Uhr (Linie) auf Maximum heruntergekühlt – nur Wohnzimmer + Küche gekühlt, Schlafzimmer aus. COP über die Legende dazuschaltbar.

Der Extremfall: ein 36-°C-Tag am Limit

Und so sieht es aus, wenn es richtig heiß wird. An diesem Tag kletterte die Außentemperatur auf 36 °C, und die Anlage lief von früh bis spät. Ab Mittag stieß sie an ihre Grenze: Die Kühlleistung flachte bei ~5,2 kW ab – dem Systemmaximum –, und der Wasserdurchfluss ging auf ~155 l/h hoch. Mehr war nicht drin. Das Wohnzimmer hielt damit konstant ~23 °C, kam aber trotz Volllast keinen Grad tiefer. Und das nur mit vollem Einsatz: Alle drei Innengeräte liefen auf Turbo (entsprechend laut) – ohne Turbo wären es eher ~26 °C statt 23 °C gewesen. Die Idra hält die Wohnung damit gerade noch komfortabel – aber ohne Reserven: ein, zwei Grad mehr draußen, und die Räume würden langsam wärmer. Dass es überhaupt bei ~23 °C blieb, lag dabei auch am Vorsprung: Ich hatte über die Nacht durchgekühlt, sodass Wände und Möbel morgens schon kalt waren. Ohne diesen kalten Start hätte die Anlage – die ja ohnehin schon am Anschlag lief – die 23 °C an diesem Tag vermutlich nicht einmal halten können.

Ein echter Hitzetag (30. Juni 2026): Außen bis 36 °C, Wohnzimmer gehalten bei ~23 °C, die Kühlleistung (standardmäßig sichtbar) flach bei ~5,2 kW. Strom, Wasser, COP und Preis in der Legende dazuschaltbar.

* Die Anlage lief von ~13 bis 18 Uhr durchgehend am Kapazitätslimit (~5,2 kW Maximalleistung) – sie konnte die Räume nur noch halten, nicht weiter herunterkühlen.

Wasserverbrauch und Ökologie

Der oft übersehene Aspekt wassergeführter Klimaanlagen ist der Wasserverbrauch. Statt die Abwärme an die Luft zu geben, nutzt die Idra Frischwasser aus der Leitung – das sich beim Durchlauf erwärmt und dann direkt in den Abfluss läuft. Technisch effizient und leise, ökologisch aber nicht ganz unproblematisch. Laut Datenblatt liegt der Verbrauch beim Kühlen zwischen 75 und 270 l/h; bei Dauerbetrieb kommen so schnell einige hundert Liter pro Tag zusammen.

Was die Messung zeigt: In der Praxis pendelt der Durchfluss fast immer zwischen 110 und 173 l/h. Die Datenblatt-Untergrenze von 75 l/h wird nie unterschritten, die Obergrenze von 270 l/h nie erreicht. Die Anlage fährt also einen schmalen Bereich knapp über dem Minimum und erhöht den Durchfluss erst, wenn das Abwasser heiß wird (~50 °C, nur bei hoher Last). Das heißt: Schon im Grundbetrieb laufen rund 110 l/h durch den Abfluss – fast unabhängig davon, wie wenig gerade gekühlt wird. Zusammen mit dem Takten ist der Wasserverbrauch pro erzeugter kWh Kälte im Teillastbetrieb am schlechtesten – typischerweise ~50 l/kWh, bei Volllast dagegen nur ~25 l/kWh. Bei einem Wiener Wasserpreis von 1,82 €/m³ (inkl. Abwasser) entspricht allein dieser Grundverbrauch grob 0,20 € pro Betriebsstunde.

Fair unterschieden: Wenn die Anlage richtig kühlt, ist der hohe Durchfluss schlicht Physik – mehr Kälte heißt zwangsläufig mehr Wasser. Das eigentliche Problem ist der Teillastbetrieb: Da laufen die ~110 l/h fast unverändert weiter, obwohl kaum gekühlt wird. Der Wasserfresser ist also nicht die Volllast, sondern der hohe Sockelverbrauch bei wenig Bedarf.

Rechenbeispiel: Warum unter Last ~165 l/h fließen müssen

Ein Rechenbeispiel macht das greifbar. Wasser nimmt pro Liter und Stunde rund 1,16 W je Grad Erwärmung auf. Wer 5 kW Kälte erzeugt, muss inklusive Verdichterleistung etwa 6,7 kW Wärme ins Wasser abführen. Bei 120 l/h wären das fast 50 K Erwärmung – das Abwasser ginge Richtung 60 °C. So heiß lässt die Anlage den Kondensator aber nicht laufen (zu hoher Druck), also fährt sie den Durchfluss hoch: Um das Abwasser bei ~50 °C zu halten, braucht sie bei 5 kW etwa 165 l/h – genau der Wert, auf den ich sie unter Last hochregeln sehe. Heißt: Bei echter Kühllast ist die Wassermenge Physik, keine Verschwendung. Verschwendet wird im Teillastbetrieb – da müsste sich das Wasser für 1 kW Kälte nur um ~7 K erwärmen, es laufen aber trotzdem die vollen ~110 l/h.

Aber ist das in Wien wirklich ein Problem?

In Wien relativiert sich das ökologische Problem etwas: Der Großteil des Trinkwassers kommt als Alpen-Quellwasser über die 1. und 2. Hochquellenleitung (rein, ungepumpt, mit reichlich Reserven) – der Verbrauch einzelner Idra-Anlagen ist zunächst kein akutes Problem. Trotzdem ist das genutzte Wasser verloren: Es landet ungenutzt in der Kanalisation, und flächendeckend müsste die Stadt ihre Abwasserkapazitäten ausbauen. Und es kostet – bei ~1,82 €/m³ (inkl. Abwasser, Stand 2024) summiert sich ein langer Kühltag schnell auf mehrere Euro, allein fürs Wasser.

Wie hoch, hängt extrem vom Nutzungsverhalten ab. Mein Strom ist dynamisch und mittags – wenn die PV einspeist – oft spottbillig, das Wasser kostet dagegen fix ~1,82 €/m³. Schon dadurch dominiert das Wasser: An einem heißen Tag mit echter Kühllast lag mein Wasserposten bei rund dem 3,5-Fachen der Stromkosten. Richtig schräg wird es im „nur kühl halten“-Betrieb: Dann liefert die Anlage kaum Kälte, die ~110 l/h laufen aber weiter – und die Wasserkosten erreichen leicht das Zehnfache der Stromkosten. Faustregel: An heißen Tagen kurz und kräftig runterkühlen ist okay; den ganzen Tag sanft auf Temperatur halten treibt vor allem den Wasserverbrauch – und damit die Kosten – ins Lächerliche.

Preis und Wirtschaftlichkeit: Nischenlösung mit hohem Preis

Die Idra Next ist eine technische Besonderheit – zu ihrem Preis. In meinem Fall lagen die Gesamtkosten für das System mit drei Innengeräten, Wassereinheit sowie Installation und Inbetriebnahme bei rund 11.000 € (Material, Montage, Wanddurchbrüche, Wasseranschluss, Kältemittelbefüllung).

Zur Einordnung: Die Preise in den Tabellen oben sind Netto-Listenpreise ohne Einbau – 5.930 € für die Wassereinheit und 370–400 € je Innengerät. Die ~11.000 € sind der tatsächlich bezahlte Bruttobetrag inkl. 20 % MwSt und kompletter Installation.

Zum Vergleich: Eine klassische Luft-Luft-Splitanlage mit ähnlicher Leistung würde – je nach Marke – etwa die Hälfte kosten, teils weniger, und bietet oft mehr Komfort- und Smart-Funktionen. Dazu kommt beim TeknoPoint-System der nicht unerhebliche Wasserverbrauch aus dem vorigen Abschnitt.

Wann sich die Anschaffung lohnt

Die Idra Next lohnt sich nur dann, wenn es wirklich keine genehmigungsfähige Alternative gibt – also etwa:

  • In denkmalgeschützten Gebäuden
  • In Mietwohnungen ohne Eigentümerzustimmung
  • Oder wenn keine sichtbare Außeneinheit montiert werden darf
  • Oder wenn kein Balkon oder ein geeignetes Fenster für die Midea PortaSplit vorhanden ist.

In solchen Fällen ist das TeknoPoint-System quasi konkurrenzlos – man bekommt eine vollwertige, leistungsfähige Klimaanlage mit echter Splittechnik, nur eben ohne Fassadeneingriff

Datenblatt vs. Praxis: meine Messwerte

Zum Abschluss die wichtigsten Herstellerangaben den bisherigen Messungen gegenübergestellt (Stand Anfang Sommer – einige Werte reiche ich über die Saison nach):

GrößeDatenblattPraxis (gemessen)
Kälteleistung (System)7,0 kW (max 7,8)~5,5 kW Dauerlast, Spitze ~5,9 kW (die 7 kW nie erreicht)
Innengeräte-Leistung (einzeln)2,6 / 3,5 kW (SKIV-09 / -12)solo nur ~1,9 / ~2,2 kW (~73 / 63 % der Nennleistung)
Wirkungsgrad KühlenEER 4,06~2,7 im Mittel (momentan 1,7 – >4); Saison-SCOP folgt
Leistungsaufnahme Kühlen1,75 kW (0,65–2,3)Median ~0,9 kW, bis ~2,3 kW
Min. Verdichterleistung650 W~500 W (darunter Takten)
Wasserdurchfluss Kühlen75–270 l/h110–173 l/h (Sockel ~110)
Wasser je kWh Kälte (Teillastbetrieb)~50 l/kWh
Wasser je kWh Kälte (Volllastbetrieb)~25 l/kWh
Wasser-Eintrittstemperatur15 °C (Prüfbedingung)~8–20 °C
Abwasser-Temperaturbis ~54 °C
SCOP Saison (energiegewichtet)folgt (Hochsommer)
COP über Außentemperaturfolgt (Hochsommer)
Wasserverbrauch pro Kühltag~1,6 m³ (heißer Tag)
Kosten pro Kühltag (Strom / Wasser)~0,80 € Strom + ~2,90 € Wasser ≈ 3,7 € (≈ 80 % Wasser)
Lautstärke Innengerät (Quiet)~19–20 dB(A) (1 m, Labor)~32–36 dB(A) (Apple Watch, 3 m, nahe Raumpegel – nicht 1:1 vergleichbar)

Die Kühl-Optionen im Vergleich

Zur Einordnung, wo die Idra Next gegenüber den gängigen Alternativen steht:

KriteriumIdra NextKlassische SplitMidea PortaSplitMonoblock
Außeneinheit / Genehmigungkeine – genehmigungsfreiAußeneinheit – Genehmigung nötigkleine Einheit am Fenster – grenzwertigkeine – nur Abluftschlauch
Kühlleistunghoch (7 kW System, real ~5,5–5,9)hochmittel (~3,6 kW)gering (~0,7 kW effektiv)
Effizienz (real)mäßig (~2,7)sehr gut (EER ~3–5)gutsehr schlecht (~0,8)
Heizenpraktisch neinja, sehr effizientteilsmeist nein
Wasserverbrauchhoch (ins Abwasser)keinerkeinernur Kondensat
Mehrere Räumeja (bis 4, je nach Modell)ja (Multi-Split)neinnein
InstallationFachfirma, festFachfirma, festselbst, semi-mobilPlug & Play, mobil
Lautstärke (innen)mittel (~32–36 dB)leise (Premium-Einheiten)hörbarlaut
Preis (grob)~11.000 € (3 Räume)~Hälfte (vgl. Leistung)~700–1.000 € (1 Raum)~300–800 €
Laufende KostenStrom + Wasser – Wasser dominiert (≈ 80 %)sehr niedrig (nur Strom, effizient)niedrig (nur Strom)sehr hoch (nur Strom, ineffizient)

Fazit: Nur falls keine Alternativen möglich sind

Die TeknoPoint Idra Next ist teuer, wasserintensiv und hat Schwächen bei Bedienung und Verarbeitung. Heizen ist praktisch nicht möglich – anders als bei klassischen Split-Wärmepumpen. Der einzige echte Vorteil: Sie kommt ohne Außeneinheit aus und lässt sich deshalb ohne Genehmigung einbauen.

Beim Wasser muss man fair bleiben: Wenn die Anlage richtig kühlt, ist der Verbrauch hoch, aber kaum vermeidbar – die Wärme muss ja irgendwo hin. Zu hoch wird er erst im Teillastbetrieb, wenn die ~110 l/h fast unverändert weiterlaufen, obwohl kaum gekühlt wird. Wer Wasser sparen will, kühlt also besser kurz und kräftig statt den ganzen Tag auf kleiner Flamme.

Was man ihr lassen muss: Mit genügend Innengeräten kühlt sie eine ganze Wohnung zügig und zuverlässig herunter – das hat der Praxistest klar gezeigt. Der Haken dabei: An heißen Tagen geht das nur auf Turbo – also laut. Wer es leise mag, muss an Hitzetagen ein paar Grad Komfort opfern.

Enttäuschend bleiben die Innengeräte. Solo erreicht keines seine Nennleistung (eher ~2 kW statt 2,6–3,5 kW) – das liegt zwar am Außengerät, nicht an schwachen Wärmetauschern (siehe Einzeltest), ärgerlich ist es trotzdem. Dazu die billig wirkenden Details wie die Handlamellen und der nicht abschaltbare Piep. Und die Smart-Steuerung ist nicht annähernd so durchdacht wie etwa die von Midea: keine Firmware-Updates, keine Kompressordaten, kaum echte Steuerung – nur das Nötigste.

Für mich persönlich – in einem Gebäude ohne genehmigungsfähige Alternative – ist der hohe Wasserverbrauch ein vertretbarer Kompromiss; für Neubauten oder alle mit Alternativen wäre er es nicht. Man kauft diese Anlage nur, wenn es wirklich keine andere Option gibt. In fast allen anderen Fällen ist eine normale Split-Anlage die bessere Wahl: günstiger, effizienter, vielseitiger.

Der Einbau klassischer Split-Klimaanlagen sollte endlich vereinfacht werden – nicht nur aus Komfortgründen, sondern weil sie ökologisch und ökonomisch sinnvoll sind, gerade beim Heizen. Es wird Zeit, dass Wien hier nachzieht.